Alpen kann doch jeder. Wem der Sinn nach neuen Abenteuern in den Bergen steht, der sollte mal über Kanadas Westküste nachdenken. Denn im sogenannten Sea-to-Sky-Corridor nördlich von Vancouver wartet ein ganzes Hinterland voller Abenteuer. Das gilt insbesondere für Whistler. Der Ort liegt eingebettet in eine gewaltige und atemberaubende Landschaft und bietet jede Menge Entdeckungstouren in unberührter Natur, beispielsweise im Garibaldi Provincial Park. Inzwischen gibt es in der Gegend für sportbegeisterte Hinterland-Erforscher auch ein gutes Angebot an schönen Hütten.

Die Spearhead-Traverse

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Rund 4.000 Skifahrer absolvieren jeden Winter im Garibaldi Provincial Park die Spearhead Traverse, eine knapp 25 Kilometer lange, hufeisenförmige Skitour durch die Gebirgsketten Spearhead und Fitzsimmons. Das Wunderland bietet 13 Gletscher und 14 zerklüftete Bergspitzen, ein Traum für Backcountry-Touren und Abfahrten an steilen Hängen. Wenn im Sommer der Schnee geschmolzen ist, kommen Wanderwege zum Vorschein, die durch Felder voller bunter Wildblumen und entlang hochalpiner Seen führen.

 

Der Alpinclub Spearhead Huts Society errichtet derzeit drei Hütten an der Traverse in der Region in der Nähe von Whistler Blackcomb, einem der größten Bergresorts der Welt. Die Unterkünfte am Kees & Clair Hut, Mount Pattison sowie am Mount Macbeth sollen ab 2019 das erste Hütte-zu-Hütte-Angebot an der Westküste ermöglichen. Skifahrer, Snowboarder, Bergsteiger, Schneeschuhfahrer und Wanderer können sich dann in den Hütten aufwärmen und ihre Wasserflaschen auffüllen. Die Unterkünfte bieten zudem Schlafsäle, Komposttoiletten, Solarstrom, Propangas, Küche, Speisesaal sowie einen fantastischen Ausblick. Wer nicht allein auf Entdeckungstour gehen möchte, kann einen Guide anheuern.

Elfin Shelter am Diamond Head, Garibaldi Provincial Park

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Im Garibaldi Provincial Park fühlen sich Abenteurer in die Alpen versetzt – saphirblaue Seen in einer Gletscherlandschaft, Täler, in denen ein Teppich aus Heide wächst, das Ganze eingerahmt von gewaltigen, schneebedeckten Gipfeln. Ein großartiges Ziel ist das Elfin Lakes Shelter im südwestlichen Teil des Parks. Vom Parkplatz geht es drei bis fünf Stunden bergauf zu den Hütten mit Solarstrom und Propangas. In den Schlafsälen ist Platz für 33 Wanderer, die den Anblick des 2.678 Meter hohen Mount Garibaldi und des Mamquam-Eisfelds genießen wollen. Von Juli bis Oktober sind Hüttenwanderungen möglich, von November bis Juni sollten Skier oder Schneeschuhe dabei sein.

 

Jim Haberl Hut im Tantalus Provincial Park

Einen Anblick, der einem den Atem verschlägt, bieten die Tantalus-Berge im Tantalus Provincial Park nordwestlich von Squamish. Es ist ein langer Marsch über Fels und Gletscher zur Jim Haberl Hut, fortgeschrittene Anfänger und geübte Kletterer oder Skiwanderer sollten 14 Stunden Weg und zwei Tage insgesamt einkalkulieren. Der Besuch lohnt aber unbedingt, Übernachtungsmöglichkeit bietet Tantalus Hut. Wem der Weg zu weit ist, der kann auch per Helikopter von Squamish aus einfliegen. Die auf 2.030 Meter Höhe gelegene Hütte bietet eine geräumige Küche und ein Wohnzimmer. Sie liegt auf einem langen Grat zwischen Mount Dione und Mount Serratus und bietet Aussicht auf die Straße von Georgia und Vancouver Island.  Erreichbar ist die Hütte nur im Sommer.

 

Wandern von der PEAK 2 PEAK-Seilbahn aus

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Wer in Whistler mit der PEAK 2 PEAK-Seilbahn in die Blackcomb-Berge hinauffährt, kann dort spektakuläre Tageswanderungen unternehmen. Zwei der tollsten Strecken für Fortgeschrittene sind der 1,8 Kilometer lange Decker Loop und der knapp 10 Kilometer lange High Note Trail. Decker ist anspruchsvoll, es geht 140 Höhenmeter steil hoch auf den Grat, der die Grenze des Garibaldi Provincial Parks markiert. Dann geht es ein Geröllfeld mit einer wahnsinnigen Aussicht auf den Overlord Glacier hinab zur Weggabelung. Im Sommer ist das ein toller Ort, um inmitten von Wildblumen Mittagspause zu machen. High Note ist Whistlers höchster Trail, der Anstieg beträgt 258 Höhenmeter. Ein grandioser Tagestrip, bei dem es hoch und runter geht, durch Gewässer, Täler, über den Berg und den Musical Bumps Trail. Die ganze Zeit über gibt’s grandiose Ausblicke, unter anderem auf den Black Tusk.

 

Ski-in-Ski-out in Callaghan Countryout

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Eine Übernachtung in einer eingeschneiten Hütte im tief winterlichen Wald steht schon lange auf der Wunschliste? Dann ist das hier vielleicht das Richtige: Die Journeyman Lodge im Callaghan Valley. Die Hütte liegt in den Coast Mountains etwas südlich von Whistler und lässt sich nur per Hubschrauber, Schneemobil, Schneeschuhen oder Skiern erreichen. WLAN gibt es in diesem Full-Service-Inn nicht, aber eine traditionelle skandinavische Sauna, rustikale Schlafquartiere, eine gemütliche Lounge und ein gemeinsames Esszimmer. Die perfekte Belohnung für die knapp 15 Kilometer lange Crosscountry-Tour. Besonderer Service: Das Gepäck muss nicht selbst transportiert werden, das holt und bringt die Lodge!

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