Für europäische Verhältnisse ist Québec City noch jung, doch die fast vierhundert Jahre alte Metropole am Nordufer des Sankt-Lorenz-Stroms ist eine der ältesten Städte Nordamerikas und damit ein wichtiges Zeugnis kanadischer Geschichte.

Die Altstadt von Québec City. Foto: Asymetric/Finn O’Hara

Die Altstadt

Alt-Québec beheimatet eine ganze Reihe beeindruckender Sehenswürdigkeiten. Aus diesem Grund wurde die Altstadt bereits 1985 mit dem Titel UNESCO-Weltkulturerbe geadelt. Die Altstadt eignet sich perfekt für einen Tagesausflug: in nur wenigen Stunden könnt ihr jahrhundertealte Architektur nebst atemberaubender Kirchen und Kapellen bewundern. Aber auch für Geschichtsmuffel hat die Gegend viel zu bieten. Von Kunst und Musik über Shoppingmöglichkeiten bis hin zu exquisiten Restaurants. Ein Besuch der Altstadt Québec Citys gehört zum absoluten Pflichtprogramm.

Stadtmauer in Québec City. Foto: Asymetric/Finn O’Hara

Die Befestigungsanlagen in Québec

Québec City ist die einzige befestigte Stadt Nordamerikas und verfügt daher auch über eine Stadtmauer. Die etwa 4,5 Kilometern langen Befestigungsanlagen von Québec City sind Teil eines Verteidigungssystems, das Streitkräfte zwischen 1608 und 1871 errichteten. Bei einem Rundgang auf den Stadtmauern lernt ihr viel über die Geschichte Québecs und könnt dabei gleichzeitig den Blick auf die Altstadt und den Sankt-Lorenz-Strom genießen. Wer den Mauern nach rechts folgt stößt auf die Zitadelle. Die sternförmige Festung wurde 1812 nach dem Britisch-Amerikanischen-Krieg gebaut. Dort könnt ihr nicht nur den Wachwechsel beobachten, sondern auch zuschauen, wie Soldaten Gewehre abfeuern. Abrunden lässt sich das Erlebnis mit einem Besuch des Regimentsmuseums.

Der Montmorency Falls Park

​Der Montmorency Wasserfall

Viele sind überrascht wenn sie hören, dass ein Wasserfall, der nur wenige Minuten von Québec City liegt, eineinhalb Mal höher ist als die Niagarafälle. Der 83 Meter hohe Montmorency Fall ist ein echter Insidertipp. Er bietet einen unvergesslichen Anblick, sowohl aus der Ferne von der Stadt aus, als auch ganz nah im Montmorency Falls Park. Dort könnt ihr euch die kühle Gischt auf das Gesicht spritzen lassen oder eine Gondel nach oben nehmen, um die spektakuläre Aussicht zu genießen. Abenteuerlustige wandern auf einem der drei Via Ferrata Pfade hinauf und stoppen an Aussichtspunkten unterwegs für Instagram-würdige Schnappschüsse. Auf dem Rückweg könnt ihr die Seilrutsche nehmen, die euch an den Wasserfällen vorbei schnell wieder nach unten bringt.

Der Petit Champlain District. Foto: Asymetric/Finn O’Hara

Der Petit Champlain District und der Place Royale

Die Besucher Québecs erliegen gern dem europäischen Charme der Stadt. Nirgends ist davon mehr zu spüren als im Petit Champlain Viertel  – einem der ältesten Viertel Nordamerikas. Beim Schlendern durch die kopfsteinpflasterte Gassen könnt ihr Boutiquen und Geschäfte durchstöbern oder euch vom Geruch in eines der vielen Restaurants und Bistros anlocken lassen. Naschkatzen sollten auf jeden Fall die lokalen Leckereien im La Petite Cabane à Sucre probieren. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt ist der Place Royale, ein kleiner Platz mit großer Geschichte. Hier wurde Québec City 1608 von Samuel de Champlain gegründet. Und hier steht auch die älteste Steinkirche Nordamerikas sowie ein massives Wandgemälde, das die 400 Jahre dauernde Geschichte der Provinz Québec nachzeichnet.

Der Plains of Abraham National Battlefields Park. Foto: Asymetric/Finn O’Hara

Die Abraham-Ebene

Die Abraham-Ebene liegt in Québec Citys Central Park: eine riesige städtische Grünfläche, nur einen Steinwurf entfernt von der Stadt. Die Einheimischen nutzen die Ebene zum Radfahren, Picknicken, Langlaufen und Schneeschuhwandern. Aber sie ist auch ein geschichtsträchtiger Ort, denn genau dort kämpften die verfeindeten Armeen der Generäle Wolfe und Montcalm um die Zukunft der französischen und britischen Imperien in Nordamerika. Heute ist die Abraham-Ebene jeden Sommer friedliche Kulisse für Le Festival d'été du Québec, einem riesigen Musik-Festival, auf dem schon die Rolling Stones und Lady Gaga auftraten.

Sainte-Anne-De-Beaupre. Foto: Wikimedia Commons unter CC BY-SA 3.0

Der Sainte-Anne-de-Beaupré Schrein

Der Sainte-Anne-de-Beaupré Schrein zieht jedes Jahr eine Million Besucher an. Die 350 Jahre alte Basilika ist nicht nur Nordamerikas ältester Wallfahrtsort, sondern zählt zu den schönsten Gotteshäusern Kanadas.

Das Musée National des Beaux-Arts. Foto: Manuel Menal unter CC BY-SA 2.0

​Musée de la civilisation & Musée national des beaux-arts du Québec

Beide Museen zählen zu den Publikumslieblingen. Das Musée de la Civilisation thematisiert die Entwicklung der Gesellschaft. Im Inneren befinden sich Exponate der Ureinwohner Québecs und eine Übersicht über die Geschichte der Stadt. Daneben gibt es eine Vielzahl von Wanderausstellungen zum Thema Entwicklung der globalen Zivilisation. Das Musée national des beaux-arts du Québec ist das Kunstmuseum der Stadt. Es beherbergt eine Sammlung von 38.000 Kunstwerken aus vier Jahrhunderten, zahlreiche Kunstwerke stammen von Künstlern aus Québec.

Der Jacques Cartier National Park. Foto: Québec City Tourism/Camirand Photo

Jacques-Cartier-Nationalpark

Skifahren, Radfahren oder Wandern? Oder vielleicht doch lieber Angeln, Kajakfahren, Stand-up-Paddling oder Geocaching? Im Jacques-Cartier-Nationalpark sind alle diese Aktivitäten möglich. Der 668 Quadratkilometer große Park mit dem Spitznamen Québec City Great Outdoors verfügt über 100 Kilometer Wanderwege. Hier könnt ihr zelten, Flüsse überqueren, auf Bergplateaus klettern, Täler durchwandern oder einfach alles genießen, was Mutter Natur zu bieten hat.

Das Parlamentsgebäude. Foto: Benson Kua unter CC BY-SA 2.0

Der Parlamentshügel

Québecs Parlamentsgebäude steht seit mehr als einem Jahrhundert prominent auf der Spitze eines Hügels inmitten der Stadt. Obwohl das Gebäude eigentlich Ort der politischen Debatte und Entscheidungsfindung ist, hat es auch zu einem beliebten Ziel für Besucher aus aller Welt entwickelt. Architektonisch inspiriert vom Louvre in Paris, beeindruckt das Gebäude vor allem nachts, wenn es beleuchtet ist. Die Außenanlagen sind mit 26 Bronzestatuen geschmückt, die an Schlüsselfiguren in der Geschichte der Provinz Québecs erinnern. Der schöne Springbrunnen vor dem Parlamentsgebäude bildet das extravagante Herzstück. Der umliegende Park und die Gärten sind wie eine grüne Lunge in der Stadtmitte, nur wenige Gehminuten von Geschäften, Restaurants und einem Kunstmuseum entfernt.

Die Isle d’Orléans

Die Ile d’Orléans

Die Ile d'Orléans ist zwar nur eine kurze Fahrt über eine Brücke von Québec City entfernt, bietet aber eine ganz andere Perspektive auf die Region. Orléans ist eine Insel der Landwirte und Schiffslotsen. Sie beheimatet sechs Dörfer. Sainte-Pétronille liegt an der Inselspitze und bietet neben gutem Wein auch einen herrlichen Blick auf den Montmorency Wasserfall. Saint-Laurent bezaubert mit den Verkaufsständen der Bauern und seinen Erdbeerfeldern. Saint-Jean war Heimat der Lotsen, die die Schiffe in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Sankt Lorenz Strom navigierten. Saint-François hat einen Aussichtsturm, der einen herrlichen Blick auf die umliegenden Inseln und die Sankt-Lorenz-Mündung bietet. Sainte-Famille ist umringt von Apfelplantagen. Saint-Pierre hat die meisten Einwohner und liegt am nächsten zur Brücke in die Stadt. Tipp: Gleich bei der Einfahrt auf die Insel könnt ihr einen Audio-Guide für den Inselausflug ausleihen.

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