In den Northwest Territories ist alles eine Spur wilder. Macht euch deshalb bereit, eure Komfortzone zu verlassen und entdeckt Schätze, die sich inmitten der ungezähmten Wildnis befinden. 

Nordlichter am Himmel. Foto: Tessa MacIntosh

Nordlichter

Wer dieses Himmelsspektakel bestaunen möchte, ist in den Northwest Territories genau richtig. Die Beobachtungsmöglichkeiten der über den Himmel tanzenden roten und grünen Nordlichter zählen zu den besten weltweit. Wenn im Herbst und Winter der Himmel besonders klar ist, könnt ihr die wohl spektakulärste Polarlichtshow dieser Erde live bestaunen. In einer gemieteten Blockhütte oder einem Tipi in der Wildnis erlebt ihr das ultimative Polarlicht. Alternativ mietet ihr Ski oder Schneemobil oder lasst euch mit dem Hundeschlitten zu einem guten Beobachtungspunkt fahren. Wer es etwas bequemer mag, schaut einfach aus dem Fenster des Hotels. Die Nordlichter sind so hell, dass sie auch in der Stadt gut zu sehen sind. Wer einmal in den Northwest Territories war und keine Nordlichter gesehen hat, muss unbedingt wiederkommen – NWT und Nordlichter gehören einfach untrennbar zusammen.

Great Slave Lake

Der Great Slave Lake, an dessen Ufern die Provinzhauptstadt Yellowknife liegt, ist einer der größten Seen weltweit. Mit einer Tiefe von 614 Metern ist er zudem der tiefste See Nordamerikas. Das enorme Ausmaß dieses Naturparadieses wird erst bei einem Rundflug mit dem Wasserflugzeug ersichtlich. Überhaupt spielt der Wassersport eine zentrale Rolle in den Northwest Territories. Bei Boots- oder Kajaktouren könnt ihr Yellowknife vom Wasser aus erkunden. Wer schon immer einmal einen großen Fang an Land ziehen wollte, findet im Great Slave Lake ein hervorragendes Angelgebiet. Das fischreiche Gewässer bietet die besten Seeforellen und Hechte. Und weil der See acht Monate lang von einer dicken Eisschicht überzogen ist, könnt ihr im Winter den See sogar mit dem Schneemobil überqueren. Ein Tipp: Dort findet ihr auch die besten Plätze außerhalb der Stadt, um die Nordlichter zu beobachten! 

Im Nahanni National Park Reserve

Nahanni National Park Reserve

Den Nahanni Park einfach nur als wild zu bezeichnen wäre leicht untertrieben. Wer die gigantischen Virginia Wasserfälle erlebt, an denen sich der Nahanni Fluss fast 100 Meter donnernd in die Tiefe stürzt, muss das Wort Wildnis neu definieren. Heiße Schwefelquellen, Gebirgsketten, Tundra und Wälder – all das findet sich im Nahanni National Park. Obwohl völlig abgelegen, ist der Park im Sommer ein ideales Ziel zum Campen für Wanderer und Kanufahrer. Im Park leben zahlreiche Dall-Schafe, Karibu-Herden, Wölfe und Schwarzbären. Ohne Zweifel hat National Geographic bei der Wahl des besten Trips im Jahr 2014 die richtige Entscheidung getroffen.

Ice Roads

Wer kennt sie nicht, die legendäre Serie Ice Road Truckers? Wer einmal wie einer der unerschrockenen Trucker aus der Filmserie über eine ein Meter dicke Eisfläche fahren will, findet auf der Ice Road die Chance seines Lebens. Doch Vorsicht ist geboten, denn das Befahren des Eises auf der gefrorenen Flussoberfläche ist gefährlich. Am besten bucht ihr eine Tour bei einem Veranstalter, der Fahrten auf der Ice Road anbietet.

Salzflächen im Wood Buffalo National Park. Foto: Parks Canada/C. Macdonald

Wood Buffalo National Park

Der Wood Buffalo National Park ist der größte Nationalpark Kanadas. Mit über 44.806 Quadratkilometern umfasst er eine Fläche so groß wie die gesamte Schweiz. Seit 1983 gehört er zum UNESCO Weltkulturerbe. Als Dark Sky Preserve ist der Park eines der größten Lichtschutzgebiete unseres Planeten. Im Wood-Buffalo-Nationalpark lebt die größte freilebende Bisonherde der Erde, es gibt auch den mit 850 Metern längsten Biberdamm zu bestaunen. Und eine weitere Besonderheit: Im Wood Buffalo National Park befindet sich das weltweit einzige verbliebene natürliche Brutgebiet des vorm Aussterben bedrohten Schreikranichs.

Der Park bietet schier unerschöpfliche Möglichkeiten zur Wildtierbeobachtung Die einzigartigen Salt Plains gehören ebenfalls zu den Naturwundern, die ihr auf jeden Fall besichtigen solltet. Hier gelangen Salzrückstände eines urzeitlichen Meeres an die Erdoberfläche, wo sie sich zu bizarren Hügeln formen. Auf dem Boden bildet das Salz faszinierende Muster in der mondförmigen Landschaft der Salt Plains.

Canol Trail

Bereit für das ultimative Trekking-Abenteuer? Der Canol Trail zählt zu den abgelegensten Trails, die Kanada zu bieten hat. Ursprünglich wurde die Verbindung während des zweiten Weltkriegs als Straße und Pipeline zwischen Norman Wells in den Northwest Territories und dem Yukon angelegt. Allerdings war es außerordentlich schwierig, die Strecke dauerhaft zu unterhalten. Noch heute zeugen viele rostige Straßenschilder und Autowracks von dieser Zeit. Der Canol Heritage Trail bietet auf 355 Kilometern pures Trekking-Abenteuer in spektakulärer, unberührter Natur. Für die gesamte Route sollten mindestens drei Wochen eingeplant werden. Viele Touranbieter bieten Wanderungen auf den interessantesten Abschnitten an. Außerdem könnt ihr den Trail mit Mountainbikes, Quads, sowie im Winter mit Motor– und Hundeschlitten befahren.

Dempster Highway

Sicherlich einer der besten Roadtrips weltweit führt auf 700 Kilometer Schotterpiste von Dawson City im Yukon bis nach Inuvik in den Northwest Territories. Der Dempster Highway verläuft durch den sagenhaften Tombstone Territorial Park, kreuzt den nördlichen Polarkreis und zieht sich von der wilden, zerklüfteten Gebirgswelt hinab ins Mackenzie Delta. Der Dempster Highway steht für 700 Kilometer Abenteuer, Einsamkeit und Wildnis pur. Im Sommer während der Mitternachtssonne wird der Roadtrip zu einem Fahrerlebnis der ganz besonderen Art.

Great Northern Arts Festival

Was macht man mit 56 Sommertagen, an denen die Sonne 24 Stunden lang scheint? Genau – erfindet ein Festival, um den Sommer zu feiern. Seit über 25 Jahren ist das Great Northern Arts Festival der Treffpunkt für Künstler, Kunstschaffende und Musiker aller First Nation Stämme des Nordens. Besucher können zusehen, wie aus Speckstein kunstvoll geschnitzte Eisbären entstehen oder wie eine Gwich’in Indianerin Stoffpuppen herstellt. Oder wie wäre es mit Inuit Hip-Hop? Nicht zu vergessen das kulinarische Angebot, das vom fangfrischen arktischen Saibling bis zu Karibu reicht. Und zum Klang der Trommeln wird getanzt bis in den frühen Morgen. 

Fahrt auf dem Keele River. Foto: Canoe North Adventures

Keele River

Weltweit ist er bei Paddel-Enthusiasten ebenso bekannt wie beliebt: Der 346 Kilometer lange Keele Fluss, der sich zwischen alpiner Tundra, Hochplateaus und den Mackenzie Bergen schlängelt. Seine wilden Stromschnellen, Wirbel und ungezähmte Strömung bieten ideale Voraussetzungen zum Rafting. Die ruhigeren Abschnitte eignen sich bestens zum Fischen.

Einheimisches Kunsthandwerk der Acho Dene

Seit vielen Jahrtausenden schon lebt der Stamm der Deh Gah Gotie Dene (übersetzt soviel wie: Menschen, die am Ufer des Flusses leben) in den Northwest Territories. Die Geschichte und Kultur dieses Ur-Volkes spiegelt sich in ihrem Kunsthandwerk wider. Aus dieser Tradition heraus wurde Acho Dene Native Crafts geboren. Hier leben und arbeiten 40 Kunsthandwerker, die mit Techniken wie zu Zeiten ihrer Vorfahren Kleidung aus Fellen, Birkenrindekörbe, Schmuck, Mokassins und Mukluks (Inuitstiefel) herstellen.

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