In den Fischerdörfern von Neufundland und Labrador sind die Menschen stolz auf ihre Jahrhunderte alte Tradition. Gleichzeitig sind sie aufgeschlossen für modernes Design und zeitgemäße Kunst. Auf diese Weise entsteht eine einzigartige Mischung aus Tradition und Innovation, die Neufundland und Labrador so sympathisch macht.  

Signal Hill. Foto: Newfoundland and Labrador Tourism

St. Johns und Signal Hill

Genau genommen liegt St. Johns nur einen Katzensprung von Europa entfernt. Der Flug in die Provinzhauptstadt von Neufundland und Labrador ist der kürzeste überhaupt nach Kanada. St. Johns ist der ideale Startpunkt einer jeden Reise nach Neufundland und Labrador. Am besten ihr bleibt einige Tage in der Stadt, um die vielen Pubs, Restaurants, Boutiquen und Sommerfestivals zu genießen.

Außerdem ist St. Johns idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge. Eines der nationalen Kulturdenkmäler befindet sich auf Signal Hill. Dort empfing Marconi 1901 das erste transatlantische Funksignal. Auf einem knapp fünf Kilometer langen Rundwanderweg könnt ihr nicht nur traumhafte Aussichten auf die Stadt und das Meer genießen, sondern mit etwas Glück auch Eisberge und Wale vorbeiziehen sehen. 

Cape Spear Lighthouse

Cape Spear Leuchtturm

Am östlichsten Ende Kanadas befindet sich der älteste Leuchtturm Neufundlands. Der im Jahr 1836 erbaute Cape Spear Leuchtturm wurde originalgetreu restauriert und kann besichtigt werden. Hier fühlt ihr euch in die Zeit zurückversetzt, in der die Cantwell-Familie, die während 150 Jahren als Leuchtturmwärter tätig war, dort lebte und arbeitete. Während des Zweiten Weltkrieges hatte Cape Spear eine besonders wichtige strategische Rolle inne: Das kanadische Militär errichtete Bunker, von denen aus die U-Boote der deutschen Kriegsmarine beobachtet wurden. Noch heute dienen die Ruinen der Beobachtung. Allerdings nicht mehr wegen der U-Boote, sondern um die vorbeiziehenden Wale zu sehen. 

East Coast Trail

Der East Coast Trail

Trekking- und Wanderfans kommen auf dem East Coast Trail voll auf ihre Kosten. Der Trail verläuft am Rand steiler Klippen von Neufundlands schroffer Atlantikküste. Seiner persönlichen Kondition entsprechend, kann sich hier jeder einen in 26 unterschiedliche Sektionen unterteilten Trailabschnitt heraussuchen.

Wer das ultimative Abenteuer sucht, sollte sich die rund 245 Kilometer des Pfades vornehmen, die nicht markiert sind. Der Trail verläuft durch völlig unberührte und ursprüngliche Naturlandschaften, die ihresgleichen suchen. Für erfahrene Outdoor-Hiker eine Herausforderung, die mit wilder Natur und atemberaubenden Ausblicken belohnt wird.

Gros Morne National Park

Gros Morne Nationalpark

Im Laufe von 485 Millionen Jahren hat sich die Natur im Gros Morne Nationalpark eines ihrer eindrücklichsten Naturdenkmäler erschaffen. Weit ins Land reichende Fjorde, steil abfallende Klippen und immergrüne Täler, die von schroffen Bergen umgeben sind. Wanderer und Outdoor-Liebhaber finden im Park ausgeschilderte Rundwanderwege und unmarkierte Wildnispfade, die zu verwunschenen Wäldern, Mooren und Klippen führen. Unbedingt einen Abstecher zu den Tablelands einlegen: Hier hat sich die Erdkruste nach oben gedreht und eine marsähnliche Landschaft hinterlassen.

Fogo Island. Foto: Newfoundland and Labrador Tourism

Fogo Island

Neufundlands größte Insel, Fogo Island, entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einer gefragten Destination für Kunst- und Architekturliebhaber. Der Wandel von einer einfachen Fischerinsel zu einer international gefragten Destination begann mit dem Bau des Fogo Island Inn. Mit seinem eigenwilligen Design und der außergewöhnlichen Lage zählt das Fogo Island Inn weltweit zu den beeindruckendsten Hotels.

Für das Design zeichnet der Stararchitekt Todd Saunders verantwortlich. Dabei griff Saunders typische Elemente der neufundländischen Landschaft auf. So entstand ein kunstvoller Bau, der die Attribute Fischerei, Meer und Felsen auf eigenwillige Art interpretiert. Besonders eindrucksvoll: Ein Teil des Gebäudes befindet sich auf 15 Meter hohen Stelen. Es ist eine Hommage an die für Neufundland typischen Holzhütten, in denen Fischer ihre Kabeljau-Erträge verarbeiten. Überhaupt ist das Fogo Island Inn lebendiges Zeugnis von Traditionen und Geschichte der Insel, das sich auch im Design der Zimmer widerspiegelt. 

Bonavista

Das beschauliche Fischerdörfchen ging in die Geschichte ein, denn genau hier entdeckte der italienische Forschungsreisende Giovanni Caboto im Jahr 1497 Nordamerika. Heute verzaubert Bonavista seine Besucher mit bunt bemalten Holzhäusern, die einen wunderbaren Kontrast zur felsigen Küste bilden. Im Ort gibt es viele gut erhaltene historische Gebäude, skurrile Museen und alte Leuchttürme. Und nicht selten treibt einer der gigantischen Eisberge direkt an der Küste vor dem Dorf vorbei. Bonavista ist auch ein guter Ausgangspunkt, um Wale zu beobachten. Zudem kann eine Nachbildung von Cabotos Schiff bestaunt werden.

L’Anse aux Meadows Historic Site. Foto: Newfoundland and Labrador Tourism

L’Anse aux Meadows

In der nördlichsten Ecke Neufundlands liegt die Wikingersiedlung L’Anse aux Meadows. Lange vor Caboto entdeckten Wikinger die Küste von Neufundland und Labrador. Die Ursprünge der Siedlung reichen zurück bis auf das frühe 11. Jahrhundert. Die Überreste der aus Holz und Torf erbauten Behausungen deuten darauf hin, dass es sich möglicherweise um eine von Island oder Grönland aus kommenden Gruppe von Wikingern handelte, die in L’Anse aux Meadows an Land gingen.

Wenn euch als Wikinger verkleidete Guides durch die Siedlung führen, lebt die Geschichte wieder auf und ihr fühlt euch zurückversetzt in eine längst vergangene Zeit. 

Twillingate. Foto: Newfoundland and Labrador Tourism/Barrett and MacKay

Twillingate

Kein anderes Fischerdorf verkörpert den neufundländischen Lebensstil so sehr wie Twillingate, das sich auch stolz als die Eisberghauptstadt der Welt bezeichnet. In der Tat ist es ein eindrückliches Bild, wenn dicht vor den bunt bemalten Häusern riesige Eisberge vorbei treiben. Der romantische Ort auf der gleichnamigen Insel ist vor allem wegen seiner exzellenten Fischgerichte beliebt. Entlang der felsigen Küste könnt ihr stundenlange Wanderungen zu malerisch gelegenen Leuchttürmen unternehmen. Bei Kajaktouren erlebt ihr Eisberge und Wale aus nächster Nähe. Besonderer Höhepunkt des kulturellen Lebens in Twillingate ist Ende Juli das Fish, Fun and Folk Festival, bei dem am offenen Lagerfeuer mit Musik, leckeren Fischgerichten und Feuerwerk gefeiert wird.

Red Bay. Foto: Newfoundland and Labrador Tourism/Barrett and Mackay

Red Bay

Im frühen 15. Jahrhundert diente Red Bay den Basken als Walfangstation. Noch heute sind die Überreste aus der Zeit des Walfangs zu sehen. Ein Friedhof mit historischen Gräbern, Ausrüstungsgegenstände und Wrackteile gesunkener Boote zeugen von dieser vergangenen Zeit, als der Walfang in Red Bay boomte. 2013 wurde Red Bay von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Im Museum ist ein acht Meter langes Chalupa, ein Boot, das für den Walfang eingesetzt wurde, ausgestellt. Das Boot wirkt winzig im Vergleich zu den ebenfalls ausgestellten Walskeletten. Bei einem Spaziergang entlang der Küste heißt es,

Augen offenhalten, denn die Bucht ist bekannt als beliebter Aufenthaltsort der Wale.

Battle Harbour. Foto: Benjamin Heath

Battle Harbour

In dem kleinen, malerischen Fischerdorf Battle Harbour scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Der Ort strahlt eine beschauliche Ruhe aus. Liebevoll restaurierte Holzhäuser, Kirchen und Krämerladen laden ein zu einer Reise in die Vergangenheit. Man kann sich kaum vorstellen, dass Battle Harbour einst einer der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte der Region war. In vielen historischen Gebäuden kann übernachtet werden, so etwa im ehemaligen Polizeigebäude oder in einem Kaufmannsladen.

Spektakuläre Sonnenuntergänge, Walbeobachtungen und Wanderungen sind weitere Höhepunkte, die ihr in relaxter Atmosphäre genießen könnt. 

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