Frühjahr in British Columbia verheißt das Beste aus beiden Welten. Zwar gibt es immer noch reichlich Schnee für bestes Skifahren und Snowboarden (auf weniger vollen Pisten), aber das wärmere Wetter bedeutet, dass nun auch Wander- und Radwege wieder locken, mehr wilde Tiere zu sehen sind und die Gewässer nach und nach wieder für Kajaks und Boote bereit sind. Hier gibt’s die besten Tipps für Frühlingserlebnisse in British Columbia.

 

Vancouver Island erwandern

Wer unter den riesigen Douglasien, uralten Zedern und Hemlocktannen im Englishman River Falls Provincial Park wandelt, fühlt sich schnell wie in Enid Blytons Zauberwald. Die Belohnung am Ende dieses wahrlich zauberhaften Trails sind zwei Wasserfälle, die über die Felsenstufen in die Tiefe stürzen. Ganz in der Nähe liegt auch der Rathtrevor Beach Provincial Park. Er hat einen langen Sandstrand mit endlosen Sandbänken. Kaum 40 Kilometer entfernt ist auch der berühmte MacMillan Provincial Park. Mit seinen über 800 Jahre alten, turmhohen Douglasien in der märchenhaft schönen Cathedral Grove ist er nicht nur ein Traum in grün, sondern auch ein beliebter Instagram-Hotspot.

 

Frühlingsblüten

Victoria auf Vancouver Island ist aus gutem Grund als Garden City bekannt. Im März beginnt die jährliche Blumenzählung, bei der sich jeder Bezirk der Insel um den Ehrentitel „blühendste Gemeinde“ im Großraum Victoria bewirbt. Leuchtend rosa Blüten säumen dann die Hauptstraßen Victorias und läuten den Frühling ein. Petunien, Geranien und Rosen lassen die 1.600 Körbe überquellen, die an den Laternenpfählen hängen. Und in den 100 Jahre alten Butchart Gardens schließlich malen mehr als 300.000 Blumenzwiebeln die märchenhaften Gärten bunt an. Der ultimative Farben-Rausch!

 

Walbeobachtung

Wale, Seelöwen, Delfine und Robben: British Columbias prominenteste Pazifikbewohner zeigen sich, sobald der Frühling anbricht. Kamera bei Fuß ist angesagt, um im März und April Grauwale und ab Mai Buckelwale auf ihrem Weg nach Alaska zu fotografieren. Natürlich lässt sich die Walbeobachtung im Frühjahr auch mit einem Besuch der atemberaubenden Küstenwildnis des Clayoquot und Barkely Sound, wo unberührte Strände auf uralte Regenwälder treffen, kombinieren.

 

Festivals zum Saisonende

Da die Skisaison Ende April zu Ende geht, ist der Frühling die beste Zeit, um von den strahlend blauen Tagen auf den Pisten abzüglich der Menschenmassen profitieren. Mit Stil beendet wird die Saison mit dem World Ski and Snowboard Festival in Whistler Blackcomb, wo Profis auf den Pisten gegeneinander antreten, während Livekonzerte, Kunstausstellungen und Non-Stop-Nightlife zehn Tage lang das Village übernehmen. Wer mehr Wert auf Musik legt, sollte sich für drei Tage zum Snowbombing im  Sun Peaks Ski Resort begeben, um nachts zu feiern und tagsüber im legendären Champagne Powder talwärts zu schweben. Im Fernie Alpine Resort wiederum gehören zu den Feierlichkeiten zum Abschlusswochenende Aktivitäten wie Skifahren, Radfahren, Paddeln und Laufen sowie kostenlose Rockkonzerte, verrückte Wettbewerbe und – obligatorisch – lustige Kostüme.

 

Durch das Valley radeln

Mit seinen lang gestreckten Seen, sanften Hügeln, Weinbergen, Obstgärten und freundlichen Städtchen ist British Columbias Okanagan Valley das perfekte Frühjahrsziel. Übernachtet wird in Kelowna von dort aus können die über 40 Weingüter besucht oder einen Abstecher zum Penticton Farmers Market unternommen werden, wo  leckere Produkte, Käse und Leckereien aus der Region warten und die Geschichten einheimischer Künstler und Landwirte, die hier schon seit Generationen verwurzelt sind. Eine der besten Möglichkeiten, das Okanagan Valley zu erkunden, ist das Fahrrad. Radverleiher gibt es in allen größeren Orten.

 

Bären sehen

Von Mitte März an verlassen die Bären-Mamas ihre Höhlen, den putzigen Nachwuchs im Schlepptau. Whistler, wo in dieser Zeit mehr als 60 Schwarzbären aus ihrem Winterschlaf erwachen und gut beobachtbar ihren Hunger auf Wurzeln und Beeren stillen, eignet sich deshalb besonders gut für eine Fotosafari. Schwarzbären und Grizzlybären lassen sich im klimatisch gemäßigten North Thompson Valley in Zentral-British Columbia beobachten. Mit etwas Glück kommen dort auch Adler, Hirsch und Elch vor die Linse.

 

In Northern British Columbia den (tierischen) Einheimischen begegnen

Der Frühling ist die perfekte Jahreszeit für einen Roadtrip durch den Norden British Columbias. Nirgendwo sonst findet während dieser Zeit eine vergleichbare Wildlife-Show statt. Am Skeena River versammeln sich die stattlichen Weißkopfseeadler zu Hunderten, von Dall-Schafen, Elchen und Hirschen ganz zu schweigen. Beim Autofahren ist im Frühjahr überall im Norden ganz besonders auf tierische Verkehrsteilnehmer zu achten: Erfahrungsgemäß können Karibu- und Bisonherden ganze Straßenabschnitte übernehmen!

 

Kajaken im Desolation Sound

Der Desolation Sound ist auf der ganzen Welt für seine herrlichen An- und Aussichten bekannt. Kajaktouren in dieser von Inseln, Fjorden und Regenwald geprägten Landschaft gehören zu den Erlebnissen, die das Leben verändern. 1.445 Kilometer nördlich von Vancouver gelegen, ist diese eigene Welt zwischen Festland und Pazifik die Anreise mit der Fähre mehr als wert. Abenteurer erkunden sie am besten mit einem einheimischen Guide, der sicher durch das Insellabyrinth vor der zerklüfteten Küste führt. Powell River Sea Kayak und Terracentric Coastal Adventures bieten Tages- und Mehrtagesausflüge in den Desolation Sound.

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