Tradition trifft auf Moderne: Zu Besuch bei den Aboriginals in British Columbia

Haida Gwaii Totem Poles

Die Haida, die Tsimshian, die Nuu.chah-nulth, die Stó:lō und die Ktunaxa – das sind nur einige der mehr als 50 First Nations, die zum Teil seit über 12.000 Jahren in British Columbia leben. Die Provinz beheimatet die größte Vielfalt indigener Völker in Kanada. Jedes Volk pflegt seine eigene Sprache, Geschichte und Tradition und die kulturellen Wurzeln gewinnen wieder an Bedeutung. Besucher sind gern gesehen und können bei vielen Aktivitäten in den Alltag und die Kultur der Ureinwohner eintauchen: Die Aboriginals betreiben Kunstgalerien und Kulturzentren, unterhalten Wildnis-Wanderwege und bieten Tierbeobachtungen an. Hier gibt’s die besten Tipps für alle, die in die Geschichte der First Nations in British Columbia eintauchen möchten.

Das Museum of Anthropology

Museen und Ausstellungen

Archäologische Fundstücke, Totempfähle, Juwelen und Schnitzereien – und das ist längst nicht alles, was ihr in den weltbesten Museen und Ausstellungen mit Aboriginal-Kunst sehen könnt.

  • Das anthropologische Museum (MOA) an der Universität von British Columbia in Vancouver beheimatet eine der besten First Nation Kunstaustellungen der Welt. Das Museum steht auf dem Land der Ahnen der Musqueam und ermöglicht einen Einblick in die Kultur und die Traditionen dieses Stammes. Einen bleibenden Eindruck hinterlassen vor allem die massiven, aufwendig gestalteten Totempfähle in der Great Hall. Insgesamt sind im MOA mehr als 10.000 kulturell bedeutende Objekte aus aller Welt zu sehen, für Abwechslung sorgen Wanderausstellungen.
  • Ebenfalls in Vancouver zeigt die Billy Reid Gallerie die Werke des berühmten Haida-Künstlers Billy Reid, der als Bildhauer, Schnitzer, Goldschmied und Schriftsteller tätig war. Ausgestellt werden auch Werke anderer einheimischer Aboriginal-Künstler, wie zum Beispiel ein Totempfahl von James Hart. Auch die riesigen Skulpturen und Gold- und Silberschmuckstücke sind Publikumsmagnete. Im Museumsshop könnt ihr die indigene Kunst auch als Souvenir kaufen.
  • Die Kleinstadt Prince Rupert ist das Zuhause des Museum of Northern British Columbia. In einem typischen Longhouse mit Hafenblick können Artefakte bestaunt werden, die die 10.000-jährige Geschichte der Ureinwohner und ihrer Siedlungen in dieser Region zeigen. Dazu zählen Zeremonie-Objekte und Insignien aller Aboriginals der Nordwest-Küste. Die hochkarätige Ausstellung genießt internationales Ansehen.

Weitere ausgezeichnete Sammlungen gibt es im Royal BC Museum in Victoria, im Haida Heritage Centre und im Squamish Lil’wat Cultural Centre.

Squamish Lil’wat Cultural Centre

Kulturelle Erlebnisse

Wenn ihr das Leben der First Nations hautnah miterleben möchtet, besucht am besten die historischen Parks und Dörfer. Einheimische gewähren dort Einblicke in ihre Kultur, manchmal sind Besucher eingeladen, an Feiern oder Zeremonien teilzunehmen.

  1. Das 'Ksan Historical Village und Museum im Norden British Columbias ist ein wiederaufgebautes Dorf der Gitxsan mit sieben Longhouses. Hier bekommen Besucher einen eindrucksvollen Einblick in das Leben der Gemeinde, die schon seit Jahrhunderten, vielleicht sogar Jahrtausenden, an diesem Flussufer lebt.
  2. Auf einer alten traditionellen Versammlungsstätte wurde in Kamloops das Secwepemc Museum & Heritage Park erbaut. In dem rekonstruierten Dorf können Winter- und Sommerhäuser der Secwepemc besichtigt werden, im Garten wachsen traditionelle Pflanzen. Jährlich zum British Columbia Day am ersten Montag im August ist Kamloops Gastgeber des größten First Nation Tanzfestivals in BC Kamloopa Powwow.
  3. Das tägliche Leben der Xat’súll könnt ihr im Xat’súll Heritage Village in Soda Creek am Fraser River kennenlernen - etwa beim Besuch einer Schwitzhütte, bei der Herstellung traditioneller Kunst oder der Zubereitung des Essens auf dem Lavastein. Wem das nicht reicht, der verbringt auch die Nacht im Dorf - in einem Tipi oder Grubenhaus.
  4. Vancouver Island bietet eine Vielzahl authentischer Aboriginal-Erfahrungen. Sea Wolf Adventures in Port McNeill bringt Gäste in den abgelegenen Regenwald und zum Broughton Archipel – zum Grizzlys und Wale beobachten oder Touren mit den First Nations. Das Alert Bay’s U’mista Cultural Centre lockt Besucher mit einer Kollektion berühmter Zeremonie-Objekte der Kwakwaka’wakw.

Zudem bieten immer mehr Aboriginal-Reiseveranstalter spannende Touren an, die einen Blick auf die Natur, Tierwelt, Geschichte und Kultur British Columbias durch die Augen der Ureinwohner ermöglichen. Gemeinsam mit dem Kanu auf dem Ozean paddeln, traditionellen Tänzen oder Reinigungszeremonien beiwohnen oder sich auf die Suche nach dem Kermode-Bären, auch bekannt als Geisterbär, im Great Bear Rainforest machen – die Erlebnisse werden in jedem Fall unvergesslich sein.

Spirit Bear Lodge

Tradition trifft auf modernes Leben

Viele Resorts in British Columbia gehören den First Nations oder werden von ihnen geleitet. Moderne Unterkünfte kombiniert mit traditionellem Essen, Kultur- und Unterhaltungsprogramm lassen den Aufenthalt zum unvergesslichen Erlebnis werden. Zu buchen sind Erlebnisse dieser Art zum Beispiel im Tsa-Kwa-Luten, einem Resort auf Quadra Island mit Blick auf den Ozean, im St. Eugene Golf Resort & Casino in Cranbrook und im Quaaout Lodge & Spa.

Tradition wird auch bei den Nk’Mip Cellars in Osoyoos großgeschrieben, Nordamerikas erstem Weingut im Besitz und unter Leitung von Aboriginals. Das Gut ist Teil des NK’MIP Resort und neben den Weinkellern gehören auch Weinberge, ein Kultur-Center sowie Spa und Golfplatz zum Resort.

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