Wer sich in Kanadas Wildnis traut, stößt an vielen Ecken auf das Erbe der Ureinwohner und auf Geschichten, die Kanadas Kultur bis heute prägen. Um sie mit Haut und Haaren erleben zu können, müssen sich Besucher aber tatsächlich auch auf den Weg in die Wildnis machen. Hier kommen die besten Abenteuer, die bei indigenen Touranbietern gebucht werden können – von Wandertouren mit Pferden oder zu Fuß bis hin zu Schneeschuhausflügen und Mountainbiking-Trips.

 

Schwingt euch in den Sattel bei Horseback Adventures, einem Familienbetrieb in Alberta. Die Ranch liegt etwas außerhalb von Jasper am Highway 16 in Brule. Wie abenteuerlich es werden soll, können Gäste selbst bestimmen: Für Anfänger gibt es einstündige Ausritte, erfahrene Reiter können zu echten mehrtägigen Wildnis-Abenteuern aufbrechen und auf wenig genutzten Nebenstraßen ins Hinterland vorstoßen. Bei längeren Abenteuern ist ein Koch mit von der Partie, der für das leibliche Wohl sorgt.

Tundra North Tours ist ein von Inuvialuit geführtes Unternehmen aus Inuvik in den Northwest-Territories. An der Seite von Rentier-Hirten, deren Vorfahren seit zahllosen Generationen diese Landschaft durchqueren, reisen Abenteurer im eigenen Schneemobil und halten, begleitet von Tausenden Rentieren, auf den eisblauen Horizont zu.

Takaya Tours aus North Vancouver in British Columbia bietet lehrreiche Paddelausflüge an. Gepaddelt wird in Nachbauten meerestauglicher Kanus, wie sie in früheren Zeiten von der First Nation der Tsleil-Waututh genutzt wurden. Unterwegs lernen Besucher über das Wissen der Altvorderen und über die traditionellen Methoden, einheimische Flora und Fauna zu identifizieren und zu nutzen. Die Guides sind Angehörige der Coast Salish Nation und sie singen Lieder, erzählen Legenden und führen zu den alten Siedlungsstätten.

In Churchill, Manitoba, lockt der Hundeschlitten. Touren bietet Wapusk Adventures, ein Unternehmen, das vom einheimischen Musher Dave Daley geführt wird. Dass er ein Mitglied der Métis ist, lässt sich auch an den Geschichten erkennen, die er erzählt, während er seine Hunde vorstellt, eine Einführung ins Hundeschlittenfahren gibt und schließlich zu einem aufregenden Ausflug aufbricht. Dave ist zudem der Begründer der Hudson Bay Quest. Zu diesem Hunderennen, bei dem sich jeder Teilnehmer als Selbstversorger durchschlagen muss, kommen jeden Winter Teams aus aller Welt.

Wer tief in das Gebiet des Gwaii Haanas National Park Reserve in British Columbia eintauchen möchte, ist bei Haida Style Expeditions an der richtigen Adresse. Dort lernen Besucher das Erbe der Haida Nation kennen. In einem 28-Fuß-Schlauchboot geht es zum Inselhopping, unterwegs warten uralte Haida-Dörfer, verwitterte Totempfähle, Kolonien von Seelöwen, Wale und Schwarzbären. Ein fester Bestandteil jeder Tour ist das Geschichten-Erzählen und das Singen traditioneller Lieder.

Der Kluane National Park im Yukon ist ein faszinierendes Land der Extreme. Hier warten gewaltige Berge und riesige Eisfelder auf Wanderer, aber auch üppig grüne Täler. Shakat Tun Adventures bietet im Sommer Wandertouren und Mountainbiking auf dem großen Streckennetz rund um den Montana Mountain an, im Winter finden sich dort fantastische Strecken für Ski – und Schneeschuh-Touren. Ein weiteres tolles Angebot von Mitte September bis Mitte November ist das Grizzly-Watching im abgelegenen Ni'iinlii Njik Park.

Narwal Northern Adventures führt Besucher in den Northwest-Territories aufs Glatteis. Wanderungen gehen hinaus auf zugefrorene Seen zu Eishöhlen. Alternativ locken in Yellowknife idyllische Paddelstrecken für Kanu oder Kajak, vom Tagesausflug bis zum Sechs-Tage-Abenteuer ist alles machbar. Besonders ist auch eine Fahrt mit einem Neun-Meter-Kanu. Und vielleicht lässt sich bei einer traditionellen Mahlzeit aus Suppe und Bannock das Polarlicht sehen.

 

Arctic Bay Adventures bringt Besucher von Nunavut hinaus nach Arctic Bay im Nordwesten von Baffin-Island. Das traditionelle Dorf zählt zu den zehn nördlichsten Siedlungen weltweit. Am Admiralty Inlet an der Nordspitze der Insel scheint die Sonne während des kurzen Frühlings und des kurzen Sommers 24 Stunden am Tag. Mit traditionellen Qamutiq-Schlitten geht es zum Rand des Meereises. Mit etwas Glück können dort Narwale, die Einhörner der Meere, gesichtet werden. Und die Augen immer offen halten: Vielleicht lässt sich auch ein Eisbär sehen.

Related Posts