Hier sind 13 Fakten über Kanadas am besten gehütete Geheimnisse: den Großen Sklavensee und den Große Bärensee.

 

Punkt 1

Der Große Bärensee ist der achtgrößte See weltweit. Mit einer Fläche von 31 153 Quadratkilometern ist er größer als Belgien, das Wasser aus dem See könnte mehr als eine Milliarde Olympia-taugliche Schwimmbecken füllen, das Ufer hat eine Länge von 2 719 Kilometern. Das ist etwas mehr als die Strecke München-Stockholm und zurück. Soll heißen: Es gibt hier reichlich schöne Uferabschnitte, an denen ein Zelt aufgeschlagen werden kann.

 

Punkt 2

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An seiner tiefsten Stelle ist der Große Bärensee 446 Meter tief, aber verglichen mit seinem unglaublich tiefen Bruder, dem Großen Sklavensee, ist das kaum mehr knietief. Nicht weit von der Stadt Lutselk’e entfernt in der Christie Bay verläuft ein Unterwasser-Canyon, der weit über einen halben Kilometer in die Tiefe absinkt. Torontos legendärer CN Tower, lange Jahre der höchste Fernsehturm der Welt, würde hier mit einem lauten Platsch versinken und nicht einmal die Spitze würde noch aus dem Wasser herausragen. Wie der Canyon entstanden ist, weiß niemand so genau, einige führen es auf Gletscher zurück, andere auf einen kontinentalen Grabenbruch. Auch die genaue Tiefe kennt niemand so genau. Offiziell wird eine Tiefe von 614 Metern angegeben, aber aktuelle Untersuchungen sprechen dafür, dass es Stellen gibt, an denen der Seeboden noch deutlich tiefer ist.

 

Punkt 3

Diese Seen sind die Heimat von Monstern. Im Großen Sklavensee gibt es reichlich kapitale Forellen und Hechte, aber wer auf Rekordjagd gehen will, der lässt den Großen Sklavensee links liegen und reist weiter in den Norden zum Großen Bärensee. Hier fing 1991 Lloyd Bull die größte Forelle, die je beim Sportangeln aus einem See gezogen wurde – ein 32,5 Kilogramm schweres Ungetüm. Aber es gibt noch größere Forellen im Großen Bärensee. 2009 ging einem örtlichen Fischer nachweislich ein 38 Kilogramm schweres Exemplar ins Netz und die Einheimischen munkeln, es gebe hier Fische, die so lang wie ein Mensch sind.

 

Punkt 4

Nirgendwo sonst auf diesem Planeten lässt es sich besser Polarlichter beobachten als im Nordwest-Territorium. Und die allerbeste Stelle überhaupt ist draußen auf dem Großen Sklavensee. Im Spätsommer bietet sich eine Polarlicht-Tour per Boot an, im Winter ein Ausflug mit dem Hundeschlitten hinaus aufs Eis. Guides führen weit hinaus auf den See, weg von den störenden Lichtern der Zivilisation. Dort gibt’s in erster Reihe eine atemberaubende Lichtshow, mit der die Natur den Nachthimmel erleuchtet.

 

Punkt 5

Am Ufer des Großen Sklavensees finden sich jede Menge fotogener Städte. In Hay River können Besucher den Berufsfischern bei der Arbeit zusehen in Lutselk’e sind es die Jäger, Fischer und Angelguides der Chipewyan, die vom Reichtum des Sees leben. Fort Resolution punktet mit historischen Gebäuden mit Seeblick, die an die Zeit erinnern, als die Stadt noch die Handelsmetropole des Nordens war. Yellowknife ist groß genug für moderne Wolkenkratzer. Am Großen Bärensee dagegen gibt es nur eine einzige Stadt – das ausgesprochen traditionelle Délįne, wo es die Einheimischen als heilige Pflicht ansehen, das unberührte Gewässer zu schützen.

 

Punkt 6

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Thaidene Nëné heißt so viel wie „Land der Vorfahren“ und dürfte in den kommenden Jahren als Nationalpark ausgewiesen werden. Dieser erstreckt sich dann über den fantastischen östlichen Arm des Großen Sklavensees – 27 000 Quadratkilometer spektakulärer und ursprünglicher Wasserwege, Bäume und dem Kanadischen Schild.

 

Punkt 7

Sowohl der Große Sklavensee als auch der Große Bärensee sind ein Paradies für Paddler. Auf dem Großen Sklavensee ist es vor allem der Nordarm, der mit seinem aquamarinfarbenen Wasser und unzähligen Inseln lockt. Der Ostarm dagegen mit seinen dramatischen Klippen, großen Fischen und wunderbaren Buchten ist beliebt bei Kajakfahrern. Auf dem Großen Bärensee sind Paddler seltener anzutreffen, was aber nicht heißen soll, dass es hier keine legendären Touren gäbe:  Ein Beispiel wäre die Route von Délįne zu den Bergen der Saoyú-ʔehdacho National Historic Site.

 

Punkt 8

Auf keinem anderen Eis-Highway im Nordwest-Territorium ist so viel los wie auf der Strecke von Yellowknife über die Bucht nach Dettah. Sobald das Eis im Dezember eine Dicke von einem Meter erreicht hat, wird die Strecke freigegeben und in den nächsten vier Monaten treffen sich dort Fahrzeuge, Jogger, Radfahrer, Skifahrer, Schneemobil-Fahrer und – nach Sonnenuntergang – auf Polarlicht-Fans.

 

Punkt 9

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Warm ist das Wasser hier nicht, das stimmt schon, aber die funkelnden Strände am Großen Bärensee und am Großen Sklavensee stimulieren dennoch die Seele. Der am leichtesten zu erreichende Strand liegt vor Hay River. Direkt am Ufer des Hay River Territorial Park lockt Sandstrand-Vergnügen. Ganz Unerschütterliche können auch einmal rasch ins Wasser huschen.

 

Punkt 10

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Im Reich der großen Tiere. Die zähen Karibus der Bathurst-Herde überwintern im Norden, Osten und manchmal auch im Süden des Großen Sklavensees, bevor sie im Frühjahr in Richtung Barrenlands aufbrechen. Entlang der Westküste des Sees liegt das Mackenzie Bison Sanctuary, Heimat der weltgrößten Herde von Waldbisons. Am Großen Bärensee weiter nördlich sind Karibus weit verbreitet. Manchmal können am Uferrand auch Moschusochsen erspäht werden, dazu Elche, Schwarzbären und Grizzly-Bären.

 

Punkt 11

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Segler und Motorbootfahrer sind auf dem Großen Sklavensee in guter Gesellschaft. Fast jeden Sommerabend kreuzen in der Yellowknife-Bucht Segelboote, die etwas Wagemutigeren trauen sich weiter hinaus und steuern den umwerfend schönen, von Klippen eingerahmten Ostarm an, die elfenbeinfarbenen Strände von Whitebeach Point oder sie wagen sich sogar ganz weit hinaus auf den See, bis das Ufer völlig aus dem Blick verschwindet. Möglichkeiten, sich hier ein Boot zu mieten, gibt es unzählige.

 

Punkt 12

Auf dem zugefrorenen Großen Bärensee wurde der Eishockey-Sport geboren. In den Unterlagen von Sir John Franklin, der Mitte der 1820er-Jahre in Délįne überwinterte, findet sich die älteste bekannte Erwähnung des Sports. In einem Brief an die in Großbritannien Zurückgebliebenen schrieb Franklin, dass seine Männer „Hockey auf dem Eis“ spielen würden, um sich bei Laune zu halten. Wer heutzutage im Winter anreist, kann diese ursprüngliche, „Shinny“ genannte Form von Eishockey nacherleben, denn der See ist mindestens acht Monate im Jahr zugefroren.

 

Punkt 13

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Wer hätte es gedacht: Vier Festivals finden auf dem Großen Sklavensee statt! Nein, nicht am Ufer, sondern auf dem See selbst. Da wären das SnowKing Winter Festival, der Long John Jamboree, das Dog Island Floating Film Festival und an der Mündung des Hay River das Polar Pond Hockey Tournament. Wer will bei soviel Spaß auf dem See überhaupt wieder zurück an Land?

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