Die besten Fotospots in Neufundland

Die besten Fotospots in Neufundland

Der Himmel wechselt so häufig sein Kleid wie die Landschaft. Ein Elch links, ein Eisberg rechts der Straße – dazu bunte Dörfer und Fischerboote. Und winkt da nicht ein Wal mit seiner Fluke? Neufundland und Labrador sind echtes Entdeckerland für ambitionierte Fotografen, die kaum begangene Pfade suchen. Nur etwas Geduld sollten sie mitbringen, denn manchmal lässt die Sonne auf sich warten. Unbedingt ansteuern sollten Motivsucher folgende Fotospots:

 

Cape Spear

Los geht‘s ganz im Osten Neufundlands am Cape Spear. Hoch über steilen Klippen, hin zum Atlantik, bietet der gedrungene weiße Leuchtturm von 1835 einen gelungenen Kontrast zur eindrucksvollen Landschaft. Nirgends in Kanada ist man Europa näher. Cape Spear ist der östlichste Punkt des nordamerikanischen Kontinents. Der wilde Ozean schickt starke Winde über die Klippe. Also bloß nicht aus Begeisterung abheben.

 

St. John’s

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Wenig weiter nördlich liegt die gemütliche Hauptstadt St. John’s an einem herrlichen Naturhafen. Den besten Blick von oben gibt es vom Signal Hill mit dem markanten Cabot Tower. Kein Wunder, dass dieser Ausguck im Siebenjährigen Krieg um die Vorherrschaft in Nordamerika heftig umkämpft war. Heute ist hier oben, bis auf ein paar freche Möwen, alles friedlich – und vor allem morgens liegen dem Betrachter Stadt und Hafen im schönsten Licht zu Füßen.

 

St. Mary’s

Ihr wollt mehr Vögel vor der Kamera? Dann auf dem Weg nach Westen einen Abstecher nach St. Mary’s nicht versäumen. Am gleichnamigen Kap auf der Avalon-Halbinsel brüten auf einem Felsen nur ein paar Meter vor der Küste zehntausende Basstölpel, Lummen, Möwen und Tordalks. Schon mit einem 200-Millimeter-Tele können Freizeitfotografen hier im Sommer Aufnahmen machen wie die Profis von National Geographic. Spektakuläre Flugmanöver im kräftigen Wind, waghalsige Landungen auf allerengstem Raum und Elternglück zwischen den Watschelfüßen der Tölpel bieten unendlich viele Motive. Nur Fernsicht ist Glückssache. Oft liegt das Kap im Nebel. Besonders spektakulär: der Lummensprung, wenn sich tausende Jungvögel gleichzeitig erstmals ins Meer stürzen.

 

Corner Brook

Hoch über Corner Brook schaut auch James Cook auf den Ozean. Schon in jungen Jahren hatte sich der unerschrockene britische Captain 1758 mit einer exakten Karte Neufundlands erste Meriten verdient. Zum Dank haben die Neufundländer ihn samt Karte in Bronze gegossen. Zusammen mit dem wackeren Entdecker schaut der Besucher über die bunte Stadt, die Mündung des Humber River und hinaus auf die Bay of Islands. Danach geht es auf kurvigen Sträßchen hinaus auf eine Halbinsel. Der Name Main Road ist ein Witz, denn einen anderen Fahrweg gibt es nicht. In Lark Harbour ist Schluss. Doch der Weg ist hier ohnehin das Ziel. Überall dümpeln bunte Fischerboote in den Häfen. An den Kais stapeln sich fotogen die geflochtenen Hummerkästen. Und gemütliche Holzhäuschen ducken sich hinter die Felsen. Wer hier keine maritimen Motive findet, der hat wohl den Objektivdeckel nicht abgenommen.

 

Lobster Cove

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Beiderseits des St. Lorenz-Stroms reihen sich die Motive aneinander wie an einer Perlenkette. Erstes Must-See ist der nostalgische Leuchtturm von Lobster Cove Head bei Rocky Harbour. Der Leuchtturmwärter baute sein weiß gestrichenes Holzhaus fotogen auf moosbewachsene Felsen. Davor liegt bei Ebbe das Watt mit seinen Rippeln im Sand. Mit der Flut kommen häufig Wale dicht ans Ufer. Also Augen auf und das Tele in Reichweite. Besonders schön ist es hier zum Sonnenuntergang. Der taucht Turm und Landschaft in milde Pastellfarben. Abends auf dem Rückweg aber aufpassen. In der Dämmerung kommen die Elche aus dem Unterholz. Und oft stehen sie mitten auf der Straße, als wollten sie posieren.

 

Gros-Morne-Nationalpark

Für das nächste Ziel muss der Fotograf ein Stück laufen und dann aufs Boot. Aber die leichte Mühe lohnt sich: Unterwegs mit dem Ausflugsschiff auf dem Western Brook Pond im Gros-Morne-Nationalpark, beobachten die Mitfahrer uralte Berge, die sich als mächtige Wand ins Bild schieben. Erst allmählich erkennt der Betrachter einen schmalen Einlass. Durch den tuckert das Schiff, mitten hinein in einen engen Canyon. Aus 350 Metern Höhe ergießen sich die Pissing Mare Falls, die höchsten Wasserfälle an der ganzen Ostküste. Unbedingt nachmittags kommen: Dann steht die Sonne im Rücken. Und wer seine Ausrüstung ein paar Stunden über Stock und Stein schleppen mag, der schnürt die Bergstiefel, wandert mit einem Guide am Nordufer des Tals himmelwärts und sieht zur Belohnung das spektakulärste Bergpanorama der ganzen Insel.

 

Arches Provincial Park

Gleich neben dem Highway tauchen dann die Felsbögen des Arches Provincial Park auf. Die Fluten des St. Lorenz-Stroms haben hier riesige Löcher in eine markante Kalksteinwand geschliffen. Klar können Fotografen hinaufklettern. Aber das schönste Bild schießt der Motivjäger von unten, mit einem Model im Absprungmodus obendrauf.

 

L’Anse aux Meadows und Norstead

Anschließend lohnt sich natürlich ein Ausflug zu den Nordmännern. Die haben vor 1.000 Jahren den Nordwestzipfel Neufundlands besucht. In L’Anse aux Meadows und Norstead nördlich von St. Anthony tauchen die Besucher in die Zeit der Wikinger ein. Sehr hilfreich sind die freundlichen Nachfahren in den nachgebauten Dörfern. Sie leihen gerne passende Kleidung sowie Schild und Speer für ein zünftiges Selfie. Auch ein Besuch beim Schmied empfiehlt sich. Im Rauch seiner Esse gelingen stimmungsvolle Gegenlichtbilder.

 

Labrador

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Nächster Pflichtausflug ist eine Fährfahrt hinüber nach Labrador. Labrador, das klingt nach Weite, Wald und Kälte. All das gibt’s hier zuhauf. Einen besonders eindrucksvollen Überblick bietet ein Aussichtspunkt am Trans-Labrador-Highway zwischen L’Anse-au-Loup und Red Bay. Auf einer Anhöhe schaut der Betrachter auf unendliche Wälder und Seen bis zum Horizont. Dann kommt Red Bay. Baskische Fischer kochten hier vor 400 Jahren industriemäßig Wal-Tran ein. Heute liegt die Bucht im Dornröschenschlaf. Aber mit ihren leuchtend roten Felsen vor satt grünen Wiesen und dunklen Bergen ist sie ausgesprochen fotogen. Besucher sollten sich unbedingt mit einem kleinen Boot nach Saddle Island übersetzen lassen und dort einen Spaziergang auf Holzplanken um die Insel unternehmen. Von gestrandeten Schiffswracks bis zu streitbaren Möwen warten Motive ohne Ende. Und wen es hinauszieht zu einem echten Outport fern der Gegenwart, einer abgelegenen Küstengemeinde, der nimmt das Schiff nach Battle Harbour. Die Insel ist heute ein bewohnbares Freilichtmuseum. Holzhäuser, Lagerschuppen, zwei putzige Kirchen und die Reste eines abgestürzten Flugzeugs in den Hügeln verraten, wie die Kabeljau-Fischer zu Anfang des 20. Jahrhunderts lebten, als Edward Peary von hier zum Nordpol aufbrach. Im Juni und Juli treiben häufig riesige Eisberge an der Küste vorbei. Und auch Wale lassen sich fast täglich blicken. Wer Zeit hat, bleibt über Nacht. Der Blick aus der Badewanne auf treibende Eisberge ist einmalig!

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