Ihr träumt von einer Reise nach Kanada, wisst aber nicht so recht, wo ihr anfangen sollt? Das können wir sehr gut nachvollziehen, schließlich ist Kanada ein wirklich riesiges Land, in dem es unglaublich viel zu sehen und erleben gibt. Gleichzeitig ist es eine sehr vielfältige Nation und eine, die stolz auf ihre LGBTQ+-Gemeinden ist.

Kanada macht sich seit Langem für die Belange der LGBT-Gemeinde stark und legalisierte 2004 (als viertes Land der Welt!) landesweit die gleichgeschlechtliche Ehe. Da überrascht es natürlich nicht, dass einige der größten und besten LGBT-Veranstaltungen weltweit in Kanada stattfinden.

 

Da wäre beispielsweise die jährliche Pride Parade in Vancouver, an der über 650.000 Menschen teilnehmen, darunter der Bürgermeister der Stadt und auch Premierminister Justin Trudeau, der 2016 insgesamt drei Pride-Paraden besuchte! (Die anderen beiden waren in Toronto und Montreal.) Einige Fahrstunden von Vancouver entfernt in den Rocky Mountains liegt Whistler, Heimat des Whistler Pride and Ski Festival. Die jährliche Skiwoche für Schwule und Lesben feierte 2017 ihren 25. Jahrestag!

 

Wie wichtig dem ganzen Land Vielfalt und Gleichberechtigung sind, lässt sich wohl nirgendwo besser erkennen als im Kanadischen Museum für Menschenrechte in Winnipeg. In Winnipeg werden übrigens auch die 2020 Outgames stattfinden. Die größte LGBT-Gemeinde des Landes dagegen findet man in Toronto, Gastgeber von einem der größten Pride-Festivals weltweit. Mehr als eine Million Menschen nehmen teil!

 

Montréal wiederum verfügt mit Le Village über eines der ältesten Homosexuellenviertel weltweit, eines der größten ist es noch dazu. 2017 fand in Montréal der allererste Canada Pride statt. Zusammen mit dem 375. Geburtstag der Stadt wurde auch die landesweite LGBT-Gemeinde gefeiert.

 

Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was Kanada zu bieten hat. Jede Ecke des Landes besitzt ihre ganz eigenen und einzigartigen Sehenswürdigkeiten, sodass es unmöglich ist, alle lohnenswerten Reiseziele in einem einzigen Artikel aufzuführen. Wir wollen aber dennoch versuchen, euch einen schnellen Überblick über die absoluten Highlights in jeder Provinz und in jedem Territorium zu geben

Fangen wir an der Westküste an. British Columbia bietet eine großartige Kombination aus interessanten Großstädten und Natur im Breitwandformat. Die Strände von Tofino locken mit fantastischen Surf-Möglichkeiten, Victoria wartet mit Restaurants der Extraklasse und einer boomenden Craftbier-Szene auf. In BC, wie British Columbia meist genannt wird, gibt es praktisch an jeder Ecke etwas Interessantes zu sehen oder zu tun.

Wenn ihr BC ohne einen Besuch in Vancouver verlasst, wart ihr eigentlich gar nicht in British Columbia. Es hat schon seine Gründe, warum Vancouver immer wieder zu den lebenswertesten Orten der Welt gezählt wird: eine unglaubliche kulinarische Vielfalt, ein fantastisches Nachtleben und eine reiche Kultur der Ureinwohner, dazu Strände, Wälder und Berge, die sich innerhalb weniger Minuten erreichen lassen.

Dann ist da Whistler. Die Stadt in den kanadischen Rocky Mountains zieht das ganze Jahr über Abenteuersuchende wie ein Magnet an. Im Winter findet ihr hier einige der besten Pisten in ganz Nordamerika für Skifahrer und Snowboarder. Und im Sommer locken vorzügliche Wanderwege und Nervenkitzel wie Ziplining und Bungeespringen.

Um die Ecke liegt Alberta, wo ihr nach dem Mittagessen in den Rocky Mountains wandern gehen könnt und vor dem Abendessen trotzdem noch Zeit habt, euch in einer Großstadt umzusehen.

 

Albertas Hauptstadt Edmonton ist Festival-Fans bestens bekannt, denn über das Jahr verteilt finden hier mehr als 60 Festivals statt, deren Spanne sehr breit ist – von den schönen Künsten über Wein bis hin zu Drachenbooten. Die Stadt ist zudem die Heimat der gewaltigen West Edmonton Mall, dem größten Shopping- und Unterhaltungskomplex in ganz Nordamerika, dazu findet ihr hier zahllose Galerien, kleine Geschäfte, einen berühmten Bauernmarkt und mit der Jasper Avenue eine blühende LGBT-Gemeinde.

 

Einige Stunden weiter südlich lockt Calgary, dramatisch zwischen Berggipfeln und endloser Prärielandschaft gelegen. Die Metropole atmet den Geist des Westens – und feiert ihn jedes Jahr mit der weltberühmten Calgary Stampede. Die zehntägige Veranstaltung bietet Rodeo-Turniere, Cowboy-Partys und reichlich Essen und Trinken. Aber auch außerhalb der Stampede ist Calgary dank ihrer prickelnden Kulturszene und der unglaublichen Küche eine sehr unterhaltsame Stadt.

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90 Minuten entfernt von Calgary liegen die kanadischen Rocky Mountains. Absoluter Pflichttermin ist ein Besuch in Banff. Die Kleinstadt ist eingerahmt von den dramatisch wilden Gipfeln des Banff National Parks. Gönnt euch ruhig einen Bummel auf der Banff Avenue, es erwartet euch eine bunte Mischung aus Geschäften mit Designermode, Souvenirgeschäften, Outdoor-Ausrüstern, Tourveranstalter, Spas, Nachtclubs, Restaurants, Bars und Hotels. Nicht weit entfernt von Banff liegt Jasper. Die entspannte Bergstadt mitten im größten Nationalpark der kanadischen Rockies dient als Startpunkt für zahllose Naturabenteuer – im Sommer sind es die großartigen Wandermöglichkeiten, die die Menschen ins Freie locken, im Winter sind es die unglaublichen Pulverschnee-Pisten. Und zu jeder Jahreszeit gibt es hier reichlich Tiere zu bestaunen.

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Albertas östlicher Nachbar ist Saskatchewan. Diese Prärie-Provinz ist die Heimat der kanadischen Mounties und einiger der schönsten Nationalparks in ganz Kanada. Dazu kommen wichtige Sehenswürdigkeiten aus der Geschichte der First Nations und Natur satt. Was erwartet euch hier? Authentische Restaurants, Angelreviere der allerhöchsten Qualität, tolle Paddelrouten, Wanderwege, Zeltplätze und vieles mehr.

An Saskatchewan schließt sich Manitoba an. Das Angebot erstreckt sich hier von der geschäftigen Großstadt Winnipeg bis zur menschenleeren Wildnis der Arktis. Polarlichter sehen? Beobachten, wie Eisbärenjunge das erste Mal auf die Jagd gehen? All das ist möglich in der näheren Umgebung der magischen Stadt Churchill. Euer Ding ist eher Stadturlaub? Winnipegs Ruf als lohnenswertes Reiseziel wächst stetig, was nicht zuletzt beliebten Attraktionen wie dem architektonisch beeindruckenden, kanadischen Museum für Menschenrechte geschuldet ist.

 

Kanadas einwohnermäßig größte Provinz ist Ontario aber das heißt nicht, dass es hier Ecken gäbe, die überflüssig wären, no Sir! Ontario ist wie ein Sack prallvoll mit Möglichkeiten, etwas Neues kennenzulernen und auszuprobieren, die eigenen Scheuklappen abzuwerfen, zu erfahren, wie andere Menschen leben, und Dinge zu versuchen, von denen ihr gar nicht gewusst hattet, dass sie euch gefallen könnten.

 

Egal zu welcher Jahreszeit ihr nach Ontario fahrt – es wird euch jedes Mal schwerfallen, euch nicht zu viel vorzunehmen. Wer Lust auf zwanglose Abenteuer hat, auf den wartet Ontarios Wildnis mit ihren Wanderwegen und ihren Bergen, sei es im Algonquin Park, in der Georgian Bay oder auf den 1000 Islands. Musikfreunde können die Musik der Ureinwohner und einheimischer Talente erkunden oder bei einem der Musikfestivals Weltstars live erleben. Auf Weintrinker wartet Kanadas berühmter Eiswein oder ein Grauburgunder aus Niagara-on-the-Lake. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

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Kanadas größte Stadt Toronto bietet alles, was gemeinhin von einer Metropole erwartet wird. Ihr findet hier viele tolle Viertel, jedes mit seinem eigenen Charakter und eigenem Flair. Ein Beispiel ist Queen Street West – ein Szeneviertel mit Shops und Restaurants. Die Vogue hat Queen Street West zu einer der coolsten Nachbarschaften weltweit gekürt, hier findet auch das Queer West Film & Arts Festival statt. Reist ein wenig in der Stadt hin und her und ihr könnt euch ein unvergleichlich internationales Buffet zusammenstellen – von Streetfood bis hin zur Haute Cuisine. Im Angebot wären da noch das Toronto International Film Festival, das Musikfestival NXNE, der CN Tower, die Baseball-Profis von den Toronto Blue Jays, große Festivals und jede Menge zusätzlicher Attraktionen. Kein Wunder, dass jedes Jahr zahllose Besucher aus aller Welt nach Toronto strömen.

Eine weitere Kulturhochburg ist Ottawa mit reichlich Museen und über das ganze Jahr verteilt Musik- und Kunstfestivals. Mit seiner Vielzahl an tollen Restaurants, einer blühenden Bier-Szene und dem fantastischen ByWard Market ist Ottawa auch für Foodies eine Reise wert.

Was wissen ausländische Touristen über die Menschen von Québec: Dass sie Französisch sprechen, verrückt nach Eishockey sind und sich gerne mal eine Portion Poutine gönnen. Was sie vielleicht nicht wissen, ist, dass die Provinz unglaublich viel Entdeckenswertes bereithält, beispielsweise die Laurentinischen Berge, eine umwerfend schöne Ganzjahresdestination mit geschäftigen Wintersport-Orten wie Mont-Tremblant, fantastischen Ski- und Wandermöglichkeiten, leidenschaftlichen Lebensmittelproduzenten und herzlichen Menschen. Oder die Eastern Townships, die wie eine kleine Neuengland-Kolonie in Kanada wirkt. Hier findet ihr einige der besten Winzereien des ganzen Landes.

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Montréal ist natürlich für sein unvergleichliches Nachtleben und eine kulinarische Szene bekannt, die selbst Experten zum Schwärmen bringt. Aber auch kulturell hat die Stadt viel zu bieten, Museen von Weltrang beispielsweise, moderne Design-Boutiquen und ein unüberschaubares Angebot an Festivals und Shows.

Die Hauptstadt der Provinz, Québec City, wirkt ein wenig so, als hätten die Kanadier eine reizende europäische Stadt genommen und mitten in die wunderschöne kanadische Landschaft verpflanzt. Die Kopfsteinpflasterstraßen haben 400 Jahre Geschichte auf dem Buckel, aber bevor es zu muffig historisch werden kann, steht ihr auch schon vor der nächsten belebten Bar oder dem nächsten top-modernen Restaurant. Nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt könnt ihr euch im Kajak auf den Sankt-Lorenz-Strom wagen oder auf einer Hängebrücke über einen 90 Meter hohen Wasserfall spazieren. Anschließend geht es in die Stadt zurück, wo das nächste Museum und das nächste Festival warten.

Im Osten grenzt Quebec an die Provinz New Brunswick, dem Tor zu Kanadas Seeprovinzen. Die Bucht von Fundy ist eine fantastische Ecke, in der ihr den höchsten Tidenhub weltweit erleben könnt! Oder ihr meldet euch beim Whalewatching an und geht Buckelwale gucken. Stürzt euch von einem der über 50 perfekten Strände in die atlantischen Fluten oder stürzt euch in der Hauptstadt Fredericton in kulturelle, gastronomische und nächtliche Abenteuer.

Die Bucht von Fundy lässt sich auch von Nova Scotia aus erkunden, einer Provinz, die wie geschaffen ist dafür, sie mit dem Auto zu entdecken. Surfen könnt ihr hier das ganze Jahr über oder mit dem Kajak auf den Ozean hinauspaddeln. Dazu laden Winzereien, Brauereien, Märkte und tolle Restaurants zu vielen Zwischenstopps ein. Macht einen Abstecher nach Cape Breton Island, wo ihr auf einer Anlage von allerhöchstem Niveau golfen könnt, oder genießt einfach die Aussicht auf dem berühmten Cabot Trail. Und plant in jedem Fall Zeit für die Hauptstadt Halifax ein. Sie lässt sich zu Fuß erkunden und tolle Shopping-Möglichkeiten und erstklassiges Essen sind meist nicht weit (ohnehin gibt es hier an jeder Ecke frische Meeresfrüchte).

 

Apropos Essen: Da führt natürlich kein Weg an Prince Edward Island vorbei, die Insel ist weltberühmt für ihr Angebot an großartigen Meeresfrüchten. PEI, wie es liebevoll genannt wird, ist die Heimat der berühmten Kinderbuchfigur Anne auf Green Gables, aber hier lässt sich auch trefflich Beachhopping betreiben oder Golf auf Plätzen spielen, die allerhöchsten Ansprüchen genügen. Immer lohnenswert ist ein Bummel durch das bezaubernde Charlottetown. Wendet euch unbesorgt an die freundlichen Einheimischen, wenn ihr wissen wollt, wo es den besten Kaffee oder schöne Souvenirs aus heimischer Produktion gibt.

Neufundland und Labrador ist die größte der Seeprovinzen. Sie punktet mit unzähligen Meilen unberührter Küste, wo es einem beim Picknick schon einmal passieren kann, dass draußen auf dem Meer Wale springen oder Eisberge vorbeitreiben. Besucht den östlichsten Punkt Nordamerikas und haltet mit dem gesamten Kontinent im Rücken die Nase in die frische Meeresluft. Und dann ab ins lebendige St. John’s zu einem gepflegten Bier bei keltischer Musik.

Das Reisen in Kanadas Norden unterscheidet sich sehr stark vom Reisen im Rest des Landes. Ein Besuch in Nunavut gibt euch Einblick in das Leben der Inuit. Seht euch an, wie die Handwerker ihrer Arbeit nachgehen, erlebt die traditionelle Musik und die darstellenden Künste dieser Menschen oder brecht auf in die Wildnis – Wildnis, die hier ihrem Namen noch alle Ehre macht. In abgelegenen Nationalparks könnt ihr Belugawale, Karibus und jede Menge anderer Tiere beobachten.

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Im Nordwest-Territorium lohnt nach Einbruch der Dunkelheit immer ein Blick nach oben. Hier habt ihr reichlich Gelegenheit, das magische Polarlicht zu beobachten –Yellowknife wird auch als „Nordamerikas Polarlicht-Hauptstadt“ bezeichnet. Wenn ihr euch auf dem Wasser wohlfühlt, erwartet euch eine enorme Auswahl an Möglichkeiten. Oder wollt ihr lieber ein paar kapitale Fische aus dem Wasser ziehen?

Eine Reise in den Yukon ist wie eine Zeitreise. Es scheint, als sei der Goldrausch erst gestern gewesen, also warum greift ihr euch nicht eine Pfanne und schürft selbst ein wenig im Klondike? Wenn es noch weiter zurück in die Vergangenheit gehen soll, taucht ein in die lebendige Kultur der First Nations. Bezwingt mächtige Ströme oder tanzt im Schein der Mitternachtssonne.

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