Bier, Wodka und Cocktails, Ahornsirup und Wein. Und alle haben mit Eis zu tun, kein Wunder: In Kanada sind die Winter lang und kalt, und deshalb haben sich die Kanadier zur Verkürzung der langen Winternächte allerhand einfallen lassen.

 

Die Eisberge vor der Küste von Neufundland waren immer schon ein Augenschmaus. Es verwundert deshalb nicht, dass die findigen Neufundländer noch eine andere Verwendungsweise für die gefrorenen Riesen gefunden haben. Die Quidi Vidi Brewing Co. in St. John´s braut ein Bier aus dem Wasser 12 000 Jahre alter Eisberge. Iceberg Beer ist ein leichtes, goldfarbenes Bier, schmeckt erfrischend und eignet sich hervorragend zu den Fischgerichten der Provinz. Prost!

Die vor der Nordküste Neufundlands nach Süden treibenden Eisberge sind Trinkwasserreservoire mit 12 000 Jahre altem Gletscherwasser. Foto: Linkum Tours Ltd.

Spirituosen aus Eisbergen in Kanadas Osten

 

Ebenfalls aus Neufundland stammt der Iceberg Vodka, ein Wodka aus Eisbergwasser, das als das sauberste Wasser der Welt gilt. Jedes Jahr im Frühjahr „erntet“ der Hersteller mehrere Tonnen des kostbaren Guts von den Eisbergen, die von Grönland aus auf der „iceberg alley“ vorbeidriften, und verarbeitet sie in seiner Destille in St. John`s. Und wie schmeckt er nun? Viele schmeichelhafte Vergleiche wurden angestellt, doch der schönste ist dieser: Iceberg Vodka schmecke wie eine herzliche Umarmung.

Absacker im Eishotel in Québec City: Das völlig neue Thekengefühl!. Foto: Xavier Dachez

Wodkaprobe bei minus 32 Grad

 

Eis dient den Kanadiern jedoch nicht bei der Zubereitung alkoholischer Gaumenfreuden. Sie trinken auch an Theken aus Eis und in eisstarrenden Räumen bei arktischen Temperaturen. Die Eisbar im Hotel de Glace in Québec City (Quebec) ist ein wahres Kunstwerk: Indirekt beleuchtet und mit kunstvollem Dekor versehen, werden hier tropische Drinks in Bechern serviert, die ebenfalls aus Eis sind. Und im Ketel One Ice Room des Bearfoot Bistro inWhistler (BC) kann man bei minus 32 Grad die besten Wodkas der Welt probieren. Diese Temperatur schafft Kennern zufolge das beste Umfeld für den Genuss dieser komplexen Spirituose!

Bombenstimmung im Gefrierfach: Bei fast drei Dutzend Minusgraden schmeckt der Wodka nochmal so gut. Foto: Tourism Whistler/Mike Crane

Ahornsirup, schneegekühlt

 

Und dann ist da noch, last but not least, der frisch gekochte Ahornsirup, der in Québec noch heiß in den Schnee geschüttet wird, sich dort etwas erhärtet und dann von Schleckermäulern jeden Alters mit Stäben aufgerollt wird und anschliessend genüsslich in den Mund geschoben wird. „Faire la tire sur la neige“ ist Teil der alljährlichen Pilgerfahrt zur Zuckerhütte, mit der man in Québec das Ende des langen Winter feiert.

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