Dieser Beitrag von Nikki Bayley erschien ursprünglich auf dem Blog von Indigenous Canada.

 

Gar nicht weit von Stadtzentren entfernt gibt es in Kanada einiges über die verschiedenen Kulturen der First Nations zu entdecken. Ob nun eine Kunstgalerie besucht oder ein Rundgang mit einem Guide gebucht wird oder auch bei einem Essen in einem indigenen Restaurant – es gibt viele Möglichkeiten, mehr über die First Nations im Herzen der großen kanadischen Metropolen zu erfahren. Wir haben ein paar Vorschläge zusammengestellt, lasst euch inspirieren! 

Vancouver

Am besten in den sozialen Netzwerken nach Mr. Bannock suchen, Vancouver`s erstem indigenen Food Truck, der seit Januar auf den Straßen unterwegs ist. Paul Natrall, Küchenchef des Squamish-Volkes, hat ihn ins Leben gerufen und sagt “Wir sind stolz und glücklich, unsere indigene Fusion-Küche mit Zutaten unseres Volkes wie z. B. Wacholderbeeren, geräucherten Wildlachs und Rauchfleisch sowie traditionellen Methoden wie Backen auf Lehm und Stein zu teilen.” Die fantastische Kunst auf dem Food Truck stammt von dem Heiltsuk-Künstler KC Hall und stellt das traditionelle Essen dar: Beeren, Kürbis, Mais und Bohnen – alles Zutaten für Paul`s indigene Fusion-Straßenküche. Die Gerichte auf der Karte von Mr. Bannock beinhalten unter anderem auch die preisgekrönten Tacos, eine Calzone sowie Waffeln aus Bannock, dem Brot der First Nations. 

Ein Spaziergang durch den Stanley Park, eine der Hauptsehenswürdigkeiten in Vancouver, kann wunderbar mit den Talaysay -Touren von Candace Campo und ihrem Team indigener Guides kombiniert werden. So bekommt ihr auf einem 90-minütigen Rundgang durch den Park einen Einblick in die Sicht der First Nations, wie sie zu Land und zu Wasser aufgewachsen sind und erfahrt über ihre Medizin, Technologie und Lebensmittel, wie sie sie seit Jahrtausenden sammeln.

Whistler

Einfach mal die Piste verlassen und das Squamish Lil’Wat Cultural Centre im oberen Teil des Dorfes besuchen, um mehr über diese beiden Völker in einer wunderbaren, von Bergen umrahmten Landschaft zu erfahren. Eine Reise durch die Welt des Squamish- und des Lil’Wat-Stammes – mit Gesang, Geschichten, einem Film und Kunsthandwerk-Workshops, begleitet von einem kulturellen Botschafter. Im Sommer solltet ihr für ein leckeres Barbecue mit Lachs noch etwas länger  bleiben!

Das Audain Art Museum ist ein super Anlaufpunkt für alle, die mehr über die komplexe und schöne Kunst der  Northwest Coast First Nations erfahren möchten. Der Stolz der Sammlung ist die Schnitzerei der Haida, James Hart’s The Dance Screen (The Scream Too), die bedeutendste zeitgenössische Tanzmaske der Welt. Seine Werke sind auch in der National Gallery of Canada zu sehen.

Calgary

Nicht verpassen: Die Moonstone Creation Gallery ist eine von Mutter und Tochter geführte Galerie, in der Besucher traditionelle und zeitgenössische Kleidung kaufen können, u. a. maßgeschneiderte, gegerbte Felljacken und -westen, zusammen mit Trommeln und Rasseln aus Wapitihaut und die Mas-Kih-Kiy CREE-Salbe, um schmerzende Gelenke und Knochen geschmeidig zu machen. Unbedingt im Voraus buchen und an einem Seminar der Cree-Künstler teilnehmen; workshops befassen sich mit der Herstellung von Mokassins, der traditionellen Perlenstickerei und Medizinräder. 

Ottawa

Tipp: ein individueller Spaziergang durch den Pindigen Park an der südöstlichen Kreuzung der Wellington und Booth Street (nicht weit vom Canadian War Museum). Der Park zelebriert regelrecht die Kultur und das Erbe der First Nations in und um die Hauptstadt und entstand in Zusammenarbeit mit den einheimischen Anishinabe First Nations und den Algonquins aus Pikwakanagan, mit Unterstützung von Canadian Heritage. Hier gibt es erklärende Tafeln mit Texten auf Englisch, in der Sprache der Algonquin und auf Französisch, mit bunten Illustrationen, die die Anishinaabe bei Interaktionen mit dem Land, dem Wasser, der Luft und mit Menschen darstellen. Außerdem gibt es große Tiersilhouetten aus Stahl, so z.B. Elche, Schwarzbären, Flussotter, Adler und Schildkröten. Diese wurden von Sylvia Tennisco, basierend auf Vorlagen von Tony Amikons, geschaffen. Beide Künstler leben in der Gemeinde Pikwakanagan First Nation.

 

Wer noch tiefer in die Geschichte Ottawas eintauchen möchte, sollte einen geführten Rundgang mit Jaime Koebel von Indigenous Walks buchen, um einen Einblick in soziale, politische, kulturelle und künstlerische Räume im Herzen Ottawas zu gewinnen. Jamie, ein talentierter visueller Künstler und international ausgezeichneter Tänzer gehört dem Stamm der Otipemisiwak/Nehiyaw (Métis/Cree) an. Das Ziel der indigenen Rundgänge ist es, den Teilnehmern die Gelegenheit zu bieten, die indigenen Völker in einer interessanten und fürsorglichen Umgebung direkt im Herzen der Landeshauptstadt näher zu bringen.

Toronto

Die köstlichen Gerichte der Anishnawbe probieren, so z. B. den leckeren grünen Salat mit Löwenzahn, die Suppe der drei Schwestern und geröstetes Büffelfleisch oder geräucherten Lachs im NishDish auf der Bloor Street West. NishDish serviert seinen Gästen Brunch, Mittag- und Abendessen am Freitag, Samstag und Sonntag und lädt die Besucher ein, das traditionelles Essen “als Medizin, die den Geist ernährt”, zu erleben.

Nach all dem Essen ist es Zeit zum Shopping im Cedar Basket im Native Canadian Centre of Toronto, um nach handgearbeitetem Schmuck, Perlenstickerei, Körben und originellen Kunstwerken zu schauen.

Saskatoon

Ist ein Besuch der Prärie geplant? Dann auf ins Gordon Tootoosis Nīkānīwin Theatre in Saskatoon, Saskatchewans einzigem professionellen Theaterensemble. Das GTNT produziert eine ganze Reihe an verschiedenen Schauspielen und Events im Jahr, in der vergangenen Saison standen Aufführungen einer Weihnachtskomödie im Las-Vegas-Stil bis zu einem epischen Portrait des Kampfes der Métis im Westen Kanadas auf dem Programm. Neben den Theateraufführungen gibt es hier auch kulturelle Events wie z.B. den Circle of Voices, der zielstrebigen jungen Künstlern bei der Entfaltung ihrer Kreativität hilft.

Winnipeg

Essen und Kultur im Feast Cafe Bistro im Westen Winnipegs verbinden, wo Christa Bruneau-Guenther vom Stamm der Peguis, eine der Besitzerinnen und Küchenchefs, ein köstliches Menü mit traditionellem Lieblingsessen zubereitet. Für Erstbesucher in Manitoba ist das eine tolle Möglichkeit, einige der regionalen Zutaten wie Bison, Hecht, wilden Reis und Saskatoonbeeren zu probieren, in traditionellen Zubereitungsarten wie z. B. dem mehrtägigen Schmoren. Unbedingt die berühmte Kürbis-Bannock-Pizza von Christa probieren – oder das köstliche Ahornhuhn, das zwei Tage mariniert wurde. 

 

Wer The Forks besucht – Winnipegs berühmten Treffpunkt und Markt, sollte unbedingt bei Teekca’s Aboriginal Boutique vorbeischauen und einzigartige, handgearbeitete Geschenke und Kleidung der First Nations aus ganz Nordamerika kaufen. Bei Teekca’s gibt es indigene Kunst und Kunsthandwerk wie z. B. Mukluks (Stiefel), Mokassins, Lederjacken, Perlenstickerei, Decken, Schmuck, Schnitzereien und Malereien – mit natürlichen Mitteln aus der Gegend hergestellt und mit Motiven aus Geschichte, Geografie und Kultur der verschiedenen Völker verziert. Die Boutique gehört Marilyn Tanner-Spence (Waywayseecappo) und Chief Walter Spence (Fox Lake Cree Nation) und wird auch von beiden geführt. Hier werden Workshops angeboten, um die Herstellung von Perlenohrringen oder das Tuften von Karibuleder zu lernen. Möchte jemand etwas ganz Originelles? Dann solltet ihr nach einem maßgeschneidertem Stück Kunst oder der Lederjacke eurer Träume fragen!

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