Dieser Post von Michelle Pentz Glave wurde ursprünglich auf der Webseite von Hello BC veröffentlicht.

 

British Columbia ist wild. British Columbia ist riesig (größer als Deutschland und Frankreich zusammen). Und vor allem ist British Columbia unberührt. Zwei Drittel der Landschaft sind natürlicher Regenwald, Berge und Küste. Es gibt trockene Wüsten, moosbehangene Regenwälder, Berggletscher und gewaltige Graslandschaften. Auch die Bewohner sind sehr unterschiedlich – in BC leben Schwarzbären, Karibus, Elche, Dickhornschafe, Schwertwale, Kanadareiher, Kaninchenkäuze und Weißkopfseeadler, um nur einige prominentere Vertreter aufzuzählen.

 

Es fällt schwer, aus dieser Fülle an atemberaubenden Landschaften einige hervorzuheben. Hier kommen sechs Highlights der unzähligen Abenteuer in der Natur British Columbias:

 

Mit Heli oder Sessellift in die Rocky Mountains

Mit dem Hubschrauber zum Skifahren in abgelegenen Ecken der Rockies abheben oder durch die einsame Landschaft wandern, etwa zum Elizabeth Lake, dem magischen See am Fuß des Mount Assiniboine – wer Einsamkeit sucht, wird garantiert fündig. Im Fernie Alpine Resort geht es mit dem Sessellift zum Polar Peak Ridge Walk, der entlang der Lizard Range führt und sensationelle Panorama-Ausblicke bietet. Atemberaubend ist auch der Mountain Lakes Trail (auch bekannt als Heiko’s Trail): Vom Resort aus führt ein serpentinenreicher Weg auf 21 Kilometern Länge vorbei an Wiesen, gewaltigen Kalksteinhöhlen, Steilwänden, Canyons und Wasserfällen. Zugegeben, der Weg ist ausgesprochen anspruchsvoll (Schwierigkeitsgrad: very difficult), aber die Mühen lohnen sich definitiv.

 

Mit dem Zelt in die Wildnis von Muskwa-Kechika

Hoch oben im Norden British Columbias liegt Muskwa-Kechika, 6,4 Millionen Hektar international bedeutsame Wildnis mit großer Biovielfalt, Feuchtgebieten, Gebirgen, Gletschern, heißen Quellen und Wasserfällen. Bevölkert wird diese der Serengeti ähnelnde   Landschaft unter anderem von Elchen, Wapitis und Bergziegen. Am besten lässt sich Muskwa-Kechika bei einer geführten Expedition zu Pferd erkunden. Es ist ein anstrengendes, aber auch einmaliges Abenteuer.

 

Riverrafting auf dem Babine

Der Weißwasserfluss Babine trägt nicht umsonst den Spitznamen „Fluss der Grizzlies“. Sechs Tage lange führt der Weg stromabwärts durch Stromschnellen, Abenteurer beobachten dabei mit etwas Glück, wie Weißkopfseeadler und Grizzlybären Lachsen und anderen dicken Fischen nachstellen. Dass diese Region im zentralen British Columbia bei Bären so beliebt ist, überrascht nicht, denn hier leben die weltgrößten wilden Steelheads sowie andere Regenbogenforellen. Mit seinen engen Schluchten und den dicht bewaldeten Ufern gilt der Babine, ein Zufluss des Skeena, als einer der ursprünglichsten Flüsse der Provinz. Die Region ist abgelegen und die Saison kurz, der Besuch sollte also rechtzeitig geplant werden!

 

Mit dem Segelboot durch den Great Bear Rainforest

Der Great Bear Rainforest an der Küste British Columbias sei der „letzte glorreiche Aufgalopp des großen nordamerikanischen Regenwalds“, schwärmte Robert F. Kennedy, Jr. einst. Die Rede ist von 64.000 Quadratkilometern gemäßigtem Küstenregenwald in wunderbar abgeschiedener Lage und mit großer Biovielfalt gesegnet. So muss es in Mittelerde aussehen: sattgrüne Landschaften mit alten Fichten, 20 Stockwerke hohe Zedern, Flussmündungen und Fjorde, Farne und Moose, Wölfe und der scheue Geisterbär – eine seltene, auch Kermodebär genannte Unterart des Schwarzbären mit weißem Fell. Maple Leaf Adventures organisiert Touren an diesen einzigartigen Ort mit seinen wilden Kreaturen und der Kultur der indigenen Ureinwohner, per Segelboot, Katamaran oder Schlepper. Saisonabhängig kann nach Bären, Wölfen oder Walen Ausschau gehalten werden. Wahlweise werden auch Naturkundetrips durch Flora und Fauna oder Touren zu indigenen Dörfern angeboten. Im Sommer und Herbst sind die Plätze für die Segeltörns rasch ausgebucht.

 

Mit dem Korkenzieher nach Osoyoos

Osoyoos ist Kanadas einzige Wüste und liegt ausgerechnet in einer Provinz, die ansonsten für ihr Überangebot an Grün bekannt ist. Das Klima in der Kleinstadt neben dem Weinanbaugebiet Okanagan Valley ist trocken und warm, die Sonne lacht hier rund 2.000 Stunden im Jahr. Organisierte Touren führen durch diese Mini-Wüste und durch mit wohlriechenden Salbeiteppichen überzogenes Buschland. Im Frühjahr wird in der Region der neue Weinjahrgang zum Verkosten angeboten, im Herbst ist das Wetter warm, aber nicht heiß, also perfekt für den Besuch von ein, zwei Ernte-Festivals, bei denen Mais und Obst gepflückt werden und bei den Winzern an langen Tafeln geschlemmt werden kann. Übernachtungsmöglichkeiten bietet das NK’Mip Resort, das von den First Nations geführt wird. Das Kulturzentrum dort informiert über die Geschichte der indigenen Ureinwohner, die Ökologie der Wüste und die Tiervielfalt.

 

Mit dem Auto die Küste entlang

Die über 500 Kilometer lange Coastal Circle Route führt rund um Vancouver Island und die Sunshine Coast und wartet mit zahllosen Möglichkeiten auf, ins Kajak zu steigen, fischen zu gehen oder nach Walen Ausschau zu halten. Aber was auf dem Wasser geschieht, ist nur eines der vielen Highlights auf diesem atemberaubenden Highway. Die Küste lockt Künstler und Handwerker an, Bauern fühlen sich dort ebenso heimisch wie Foodies. Für Abwechslung ist garantiert gesorgt: In Sidney lohnt die Bücherjagd, In Brentwood Bay der Besuch der weltberühmten Butchart Gardens. Auf der Saanich Peninsula werden Verkostungen von Wein und Cidre angeboten, in Victoria gibt’s jede Menge Museen und Galerien und die örtliche Craftbier-Szene lässt sich am besten auf dem Ale Trail erkunden. Ebenfalls nicht verpasst werden sollten auch Highlights wie frische Austern, indigene Schnitzereien, Strandpicknicks, Spaziergänge auf den Promenaden, Gemeindefeste und Bauernmärkte.

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