Die Niagarafälle sind eines dieser klassischen Ziele in Kanada, das seit Generationen Reisende aus aller Welt anlockt. Das liegt nicht nur daran, dass die herabstürzenden Wassermassen sprachlos machen, sondern auch daran, dass es in der Niagara-Region und auf dem Weg von Toronto dorthin dermaßen viel zu erleben gibt.

 

So groß ist das Angebot, dass die Strecke Toronto-Niagara problemlos mehrfach gefahren werden kann. Bootsausflüge, Ziplining, Wandern… hier findet ihr mal ein Beispiel für ein langes Wochenende in der Region.

 

Tag 1: Vorbereiten auf das Abenteuer

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Also, was ist alles zu erledigen, wenn es von Toronto aus zu einem Abenteuer in die Natur gehen soll?

 

Schritt 1: Ausrüstung und Vorräte beschaffen. In Toronto herrscht glücklicherweise kein Mangel an Shoppinggelegenheiten. Die perfekte Ausrüstung für ein Outdoor-Abenteuer gibt’s bei den beliebten kanadischen Einzelhändlern MEC und Roots. MEC bietet vom Fahrrad bis hin zum Kajak (auch zu mieten) alles für einen Trip in die Natur. Roots ist eine super Adresse für gut gearbeitete, haltbare Kleidung, die auch draußen warm und trocken hält. Aber Toronto bietet auch Shopping-Erlebnisse der anderen Art: Besucht den Stadtteil Bloor-Yorkville für einen Bummel auf Weltklasseniveau oder fahrt ins Distillery District, wenn euch der Sinn nach Designerklamotten steht. Im King West Fashion District warten Outlets für Spezialbekleidung.

Nächster Punkt auf der Einkaufsliste: Energie, und zwar in Form köstlicher Lebensmittel. Morgens sorgt die Neo Coffee Bar für den richtigen Koffeinpegel, dazu gibt es leckeren Kuchen, zum Beispiel Matcha-Adzukibohne-Rolle. Mittags geht es ins renommierte Restaurant Momofuku Daishō, wo der bekannte Chefkoch David Chang seine Interpretation eines Steakhauses präsentiert. Mittags besteht die Auswahl zwischen Meeresfrüchten, Hühnchengerichten, Burgern, Salaten und vielem anderen. Und abends präsentiert das DaiLo innovative neue asiatische Küche. Dank gewagter Kombinationen wie japanischer Bolognese mit Soba-Nudeln und Beef Tataki oder pikanten Brötchen in traditioneller kantonesischer süßsaurer Soße wird der Besuch garantiert ein unvergessliches Gaumen-Erlebnis.

Vor einem Abenteuer ist es immer gut, sich einzulaufen und gut aufzuwärmen. Toronto ist Kanadas größte Stadt, aber es gibt jede Menge Grün und jede Menge Gelegenheiten, sich auszutoben. Trinity Bellwoods Park an der Queen Street West ist sehr angesagt, hier könnt ihr Volleyball, Tennis oder Baseball spielen oder auf den befestigten Pfaden durchs Grün schlendern. Sehr beliebt sind auch die Toronto Islands, eine Kette kleiner Inselchen, die sich mit der Fähre von Downtown aus sehr schnell erreichen lassen. Dort gibt’s Sandstrände mit einem fantastischen Blick auf die Skyline. Es ist wie ein Kurzurlaub, bei dem ihr die Seele baumeln lassen könnt. Auf den Islands macht aber auch Radfahren, Paddeln oder Kajaken Spaß.

Momofuku Daishō

  • Wo: The Entertainment District
  • Auf jeden Fall bestellen: Austern oder den Shrimp-Stack-Burger
  • Geschäftszeiten: Lunch montags bis freitags 11:30 bis 14 Uhr. (Natürlich gibt es auch Abendessen, wenn euch das besser passt.)

Neo Coffee Bar

  • Wo: St. Lawrence Market Neighbourhood
  • Auf jeden Fall bestellen: Neo Coffee Blend, dazu ein Stück Matcha-Adzuki-Rolle
  • Geschäftszeiten: Montag bis Freitag 7 bis 20 Uhr; Samstag und Sonntag 8 bis 20 Uhr

DaiLo

  • Wo: Little Italy
  • Auf jeden Fall bestellen: Gebratenen Trüffel-Reis oder Schweinebäckchen
  • Wann: dienstags bis sonntags, 17:30 bis 23 Uhr

 

Tag 2: Raus aufs Wasser

Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen, nun geht es los. Beim Verlassen Torontos sollte der erste Stopp am beeindruckenden Grand River eingelegt werden. Der Fluss schlängelt sich 280 Kilometer durch den Südwesten Ontarios, dann mündet er in den Erie-See. Unterwegs bietet er unzählige Möglichkeiten für großartige Paddelerlebnisse. Anlaufstelle dafür sind die vielen Kanu- und Kajakverleihe. Ihr könnt aber auch eine geführte Tour machen, auf der ihr mehr über den Fluss lernt und über die vielen Tiere, die entlang des Grand Rivers leben – allein schon über 90 Fischarten und fast 250 Vogelarten.

Nach dem friedlichen Grand River geht es in Richtung Osten nach Niagara-on-the-Lake, wo ihr etwas für euren Adrenalinhaushalt tun könnt, denn hier, an der unteren Hälfte des Niagara Rivers warten Weißwasser-Stromschnellen der Kategorie 5. Rein in den Poncho, eine Schwimmweste übergeworfen und dann an Bord des Whirlpool Jet Boats gehen. Das ist nichts für Leute, die sich Sorgen um ihre Frisur machen, denn bei der Fahrt geht es mit 80 Sachen ab in die Stromschnellen. Das Wasser wird über euch zusammenbrechen und wenn ihr wieder aus dem Boot steigt, seid ihr zwar klatschnass, aber vermutlich werdet ihr von Ohr zu Ohr grinsen. Selber paddeln ist hier nicht, einfach zurücklehnen und den wilden Ritt genießen.

 

Kanu und Kajak auf dem Grand River

  • Wo: Kitchener, Dunnville, Paris
  • Wie lang: Hängt ab vom Anbieter, der Art der Tour und ob ihr privat unterwegs sein wollt
  • Was kostet es: Hängt ab vom Anbieter, der Art der Tour und ob ihr privat unterwegs sein wollt

Whirlpool Jet Boat Tours

  • Wo: Niagara-on-the-Lake
  • Wie lang: Zirka eine Stunde
  • Was kostet es: Rund 50 Euro

 

Tag 3: Fünf Mal die Wasserfälle

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Wer Niagara besucht, muss natürlich auch bei den Fällen vorbeischauen. Das geht am besten per Boot. Also zum Schutz vor dem Sprühnebel einen Poncho anziehen und ins Ausflugsboot steigen, das zu den Fällen tuckert. Natürlich geht es auch anders. Nehmt euch einen Tag und versucht ein paar der Alternativen (oder auch alle, wenn euch der Sinn nach Abenteuer steht).

 

Wer nur auf der Durchreise ist geht einfach in der Gegend spazieren und genießt die Niagarafälle aus der Distanz. Auch da eröffnen sich schon tolle Panoramen.

Mehr Adrenalin angesagt? Echten Nervenkitzel bietet MistRider Zipline – vier parallele Seilrutschen, mit denen ihr 670 Meter am Fluss entlang saust und einen perfekten Blick auf die amerikanischen und die kanadischen Horseshoe Falls habt. 

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Von vorne auf die Fälle zu schauen ist großartig, der Blick von hinten durch die Fälle aber ist etwas ganz Besonderes. Bei der Journey Behind the Falls geht es mit einem Fahrstuhl durch 45 Meter Gestein und dann steht ihr hinter einer Wand aus Wasser, die mehr als 13 Stockwerke tief nach unten stürzt.

 

Auch der Blick von oben auf die Fälle ist nicht zu verachten. In einem Hubschrauber von Niagara Helicopter gibt’s einen grandiosen Blick aus der Vogelperspektive.

Und wenn euch die Bootstour zu den Fällen zu old school ist, dann fahrt doch mal nachts raus. The Illumination Cruise lässt euch das Naturwunder in einem völlig neuen Licht sehen – buchstäblich, denn die Fälle werden nachts hell erleuchtet.

 

Journey Behind the Falls

  • Was kostet es: Knapp 15 Euro
  • Öffnungszeiten: Das hängt von der Jahreszeit und dem Tag ab. Im Sommer ungefähr von 8 bis 22 Uhr, im Winter ungefähr von 9 bis 18 Uhr

MistRider Zipline

  • Was kostet es: Rund 35 Euro
  • Öffnungszeiten: Sonntags bis donnerstags 10 bis 16 Uhr, freitags 10 bis 19 Uhr, samstags von 8 bis 19 Uhr. Im Winter geschlossen

Niagara Helicopters

  • Was kostet es: Knapp 100 Euro
  • Öffnungszeiten: Flüge starten täglich von 9 Uhr bis Sonnenuntergang und dauern zwölf Minuten

Hornblower Niagara Cruises

  • Was kostet es: 12 Euro am Tag, rund 20 Euro für die Illumination Tour
  • Öffnungszeiten: Hängt von der Saison ab. Tagestouren in etwa von 8:30 bis 18:30 Uhr, die Illuminationstour von 20:15 bis 20:45 Uhr

 

Andere Sehenswürdigkeiten in der Niagara-Region

Theater

Niagara-on-the-Lake hat in Sachen Unterhaltung einiges zu bieten. Wer die darstellenden Künsten mag, kann es nicht viel besser treffen als beim Shaw Festival Theatre. Die weltbekannte Schauspieltruppe produziert einen steten Strom an Musicals, Dramen und Komödien. Im nahegelegenen St. Catherines punktet das First Ontario Performing Arts Centre mit Theaterstücken, Tanz, Musik und Komödie. In Niagara Falls schließlich bieten sich Comedy-Shows im Yuk Yuk’s Comedy Club an oder Dinner-Theater im Oh Canada Eh? — hier läuft ein Musical, das sich mit kanadischen Legenden und Klischees befasst.

Wein

Die Niagara-Region zählt zu den besten Weinanbaugebieten des ganzen Landes. Es gibt 25 Winzer in Niagara-on-the-Lake, also vermutlich ein wenig zu viel, um bei allen an einem einzigen Tag Verkostungen zu absolvieren. Zum Glück werden diverse Touren angeboten, die Weinliebhaber zu einem oder zu mehreren Weinkellern bringen und einen ganz guten Überblick über die regionalen Produkte ermöglichen. Schließt euch beispielsweise Grape Escape Wine Tours an. Bei einer nachmittäglichen Fahrradtour verkostet ihr mindestens zwölf Weine von vier Winzereien und dazu gibt es Käse. Winery Tours of Niagara hat eine Weintour mit privatem Drei-Gänge-Mittagessen im Angebot. Und wenn euch die Zeit für eine größere Tour fehlt, dann schaut doch zumindest bei der Inniskillin Winery oder der Ravine Vineyard Estate Winery vorbei, beides hochgelobte Winzereien. Denn auf keinen Fall solltet ihr wegfahren, ohne Kanadas berühmten Eiswein probiert zu haben!  

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