Dieser Artikel wurde ursprünglich auf der Website von Newfoundland and Labrador Tourism veröffentlicht.

 

Entlang der Ostküste der Insel Neufundland zieht sich ein Netzwerk an Wanderwegen, auf denen Besucher völlig unverfälschte Natur erleben können. Küste satt, Meerblick bis zum Horizont – hier kann sich ein Wanderer verlieren, während er gleichzeitig Schritt für Schritt ganz zu sich findet.

 

Der East Coast Trail verläuft auf 26 Pfaden an Nordamerikas östlichster Küste. Insgesamt warten mehr als 300 Kilometer an Wanderwegen. Der East Coast Trail bietet echte und pure Wildnis und passiert beim Küstenwandern gleichzeitig Gemeinden mit reicher Historie, von Portugal Cove über Cape St. Francis bis nach Cappahayden.

 

Diese Landschaft schlägt den Wanderer in ihren Bann, die Mischung aus steilen Klippen und Landzungen, Brandungspfeilern und tiefen Fjorden ist von fantastischer Schönheit. Ein Highlight ist auch The Spout, ein natürlicher, von der Kraft der Wellen betriebener Geysir. Eine lange Liste an gut gehüteten Geheimnissen gilt es zu entdecken: Geistersiedlungen, Leuchttürme, Naturschutzgebiete, Kolonien von Seevögeln, Wale, Eisberge, die südlichste Karibu-Herde der Welt, historisch bedeutsame Orte, eine 50 Meter lange Hängebrücke und zwei aktive Ausgrabungsstätten. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

 

Hier kommt eine Auswahl an spektakulären Pfaden entlang der Küste. Einen detaillierteren Überblick über sämtliche Wanderwege bietet die Webseite des East Coast Trails

 

Stiles Cove Path 

Ein mäßig schwieriger Pfad führt von Pouch Cove aus durch einen ruhigen Küstenwald nach Flatrock. Für die 15,1 Kilometer (eine Richtung) sollten fünf bis sieben Stunden angesetzt werden. Unterwegs können Elche, Eichhörnchen, Hasen und Adler den Weg kreuzen. Es gibt zudem reichlich atemberaubende Aussichtspunkte auf das Meer, also auf keinen Fall die Kamera sowie eine zusätzliche Speicherkarte vergessen! Die salzige Luft belebt nicht nur, sie macht auch Appetit auf ein Picknick. Mit etwas Glück bietet sich bei der Rast im Sommer ein einmaliger Anblick, wenn sich Wale im Wasser tummeln. Wer eine Abkühlung braucht, kann in der Gegend von Flatrock ins Wasser tauchen.

 

Spout Path

Der Spout Path ist einer der legendärsten Wanderwege auf dem East Coast Trail. Er gilt als schwierig und anstrengend, ist aber alle Mühen wert. The Spout ist eine Art Meerwasser-Geysir, dessen Aktivität davon abhängt, wie unterhalb des Lochs die Wellen in eine Felsspalte drücken. Besonders beeindruckend ist das Spektakel im Frühjahr und im Herbst, wenn das Regenwasser die Wirkung noch verstärkt. Der 16,3 Kilometer lange Pfad führt von der Shoal Bay Road (Goulds) nach Bay Bulls, zuvor muss allerdings erst ein 6,4 Kilometer langer Zubringer bewältigt werden. Insgesamt werden acht bis elf Stunden Wanderzeit benötigt. In der Nähe von The Spout gibt es ein Zeltlager mit Übernachtungsmöglichkeiten für Hartgesottene. Wie gesagt: Es handelt sich um eine ausgesprochen anspruchsvolle Wanderung mit langen Strecken durch hügeliges Gelände. Nur erfahrene und gut ausgerüstete Wanderer sollten sich an diese Strecke wagen, aber die werden für ihre Anstrengungen reichlich belohnt: Dramatische Klippen, Brandungspfeiler, historische Leuchttürme und fünf Wasserfälle machen den Abschnitt zu einem absoluten Highlight des East Coast Trails. Nicht selten, dass Wanderer Weißkopfseeadler erspähen können, denn die Tiere brüten gerne auf den Brandungspfeilern. Der Weg führt durch unebenes Terrain, immer wieder geht es hinauf und hinab, also sollte am besten frühmorgens gestartet werden, damit das Ziel vor Sonnenuntergang erreicht wird. Wer gut in der Zeit liegt, kann unterwegs Pause machen, um Beeren zu pflücken. Und in jedem Fall ist Zeit genug, sich vorbeiziehende Wale anzusehen oder die Seevögel, die entlang der Küste zu Hause sind.

 

Blackhead Path

Dieser Pfad führt auf 3,7 Kilometern von Blackhead nach Cape Spear und ist ein vergleichsweise einfacher Abschnitt des East Coast Trail. Weil der Blackhead Path nur so kurz ist, eignet er sich sehr gut für eine Halbtageswanderung etwa morgens zum Sonnenaufgang. Nicht unterschätzt werden sollten allerdings die Höhenunterschiede, denn der höchste Punkt des Blackhead liegt auf 120 Metern Höhe. Belohnt werden Wanderer mit einem spektakulären Aussichtspunkt am Ende der Strecke – und einen östlicheren Punkt gibt es in Nordamerika sonst nirgendwo! Alles in allem ist der Blackhead Path ein hervorragender Einstieg für alle, die sich einen ersten Eindruck vom East Coast Trail verschaffen oder es eher gemütlich angehen wollen.

 

Sugarloaf Path

Den Einstieg bei Logy Bay markiert die gewaltige Skulptur eines Walschwanzes – ein XL-Hinweis darauf, dass die Gegend in manchen Monaten fantastisch dafür geeignet ist, Wale zu beobachten. Der Pfad fällt in die Kategorie mäßig anstrengend bis anstrengend und verläuft von Logy Bay bis nach Quidi Vidi Village in St. John’s. Auf 8,9 Kilometern Länge (eine Strecke) geht es durch eine wunderschöne Küstenlandschaft, unterwegs liegt das architektonisch ausgefallene Ocean Science Centre der Memorial University. Der Campus ähnelt einer Ansammlung von Raumschiffen, die entlang der Küste geparkt wurden. Das ganze Jahr über lassen sich dort von der Besucher-Plattform aus Kegelrobben beobachten. Nach dem Abstieg auf Meereshöhe geht es wieder bergauf, über die John-Howard-Brücke und dann durch den Wald zum Aussichtspunkt Sugarloaf. Vom Nordende des Sugarloaf Head aus bietet sich ein fantastischer Blick auf die Küste. Ebenfalls besonders beeindruckend sind die Felsformationen bei den Skerries sowie der Rundum-Panoramablick über St. John’s und Quidi Vidi Village am Südende des Pfads.

 

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