In Halifax muss man sich schon wirklich ins Zeug legen, um keinen Spaß zu haben. Die atlantische Hafenstadt zählt zu den freundlichsten Orten der Welt und die Menschen dort wissen, wie Spaß am Leben aussieht. Und sie halten dieses Wissen auch nicht vor ihren Besuchern geheim, ganz im Gegenteil. Ihr wollt gut essen, ihr wollt gut trinken und ihr wollt richtig Party machen? Geht alles drei ganz wunderbar in Halifax.

 

Hier ist unser Vorschlag, wie ihr aus drei Tagen in Halifax das Beste herausholen könnt.

 

Tag 1: Musik und Markt

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Wie bekommt ihr ein Gefühl für eine fremde Stadt? Einige Leute gehen zur Tourist-Info und reden mit den Profis, andere hocken sich zu den Einheimischen ins Café. Wer einen Koch fragt wird erfahren, dass es auf dem Mark unglaublich viel über einen Ort zu erfahren gibt. Und was das angeht, können Besucher es kaum besser treffen als mit dem Halifax Seaport Farmers' Market.

 

Diesen Markt gibt es seit 1750, damit ist er der am längsten ununterbrochen existierende Markt Nordamerikas. Natürlich gibt’s dort Meeresfrüchte und Fleisch aus der Region, frisches Gemüse, Käse und Backwaren, aber auch Lebensmittel aus zahlreichen anderen Kulturkreisen – sei es aus Afrika, aus Italien oder der Türkei. Das zeigt schon, was für eine kulturell vielfältige Stadt Halifax ist. Und dass es kein Problem ist, sich einen ganzen Nachmittag rund um die Welt zu futtern!

Halifax ist heute eine sehr vielfältige Stadt, aber tief im Herzen ist Halifax aberimmer noch schottisch (Nova Scotia heißt nicht umsonst „Neuschottland“). Dieses Erbe wird stolz zur Schau gestellt in den zahllosen Bars und Restaurants, wo praktisch allabendlich keltische Musik erklingt. Aber keine Angst, es lauert nicht hinter jeder Hecke ein Dudelsack-Spieler. In Halifax werden alle musikalischen Geschmäcker zufriedengestellt. Schaut bei beliebten Kneipen wie der Seahorse Tavern oder dem Carleton Music Bar & Grill rein, um zu sehen, was dort läuft. Oder schlendert einfach in Downtown herum. Aus irgendeinem Fenster werden schon Töne erklingen, die euch zusagen.

Carleton Music Bar & Grill

  • Auf jeden Fall bestellen: Nova-Scotia-Hummer mit Kartoffelkroketten und einen Maple-Bourbon-Sour
  • Das gibt’s: Jede Menge kanadischer Musiker, die mit Gitarren bewaffnet sind.
  • Geschäftszeiten: Hängt davon ab, wer auftritt, aber normalerweise ist bis spät in die Nacht geöffnet.

Seahorse Tavern

  • Auf jeden Fall bestellen: Was auch immer auf die Tanzfläche bringt.
  • Das gibt’s: Eine Tanzfläche, auf der mehrere hundert Leute in Aktion sind und zu den Klängen der jeweiligen Band oder des DJs tanzen.
  • Geschäftszeiten: Hängt davon ab, wer auftritt, aber normalerweise ist bis spät in die Nacht geöffnet.

The Halifax Seaport Farmers' Market

  • Auf jeden Fall bestellen: Wieviel Zeit habt ihr?
  • Das gibt’s: Über 250 Verkäufer und ein großes Fest für die Nase, das sich mit dem Wechsel der Jahreszeiten immer wieder ändert.
  • Geschäftszeiten: montags bis freitags 10 bis 17 Uhr, samstags 7 bis 15 Uhr, sonntags 9 bis 15 Uhr.

 

Tag 2: Essen, trinken, Spaß haben

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Wie jetzt, essen und trinken – das hatten wir doch gestern erst?! Stimmt, aber in Halifax ist das Angebot so gut, dass es locker noch einen zweiten Tag füllt. In Halifax lieben es die Menschen, gut zu essen und ordentlich Party zu machen, also passen wir uns doch den örtlichen Gepflogenheiten an.

 

Im Grunde müsst ihr nur eines wissen: Wenn ihr in der Innenstadt seid und bei einem der Gebäude ein großer, roter Hummer an die Wand gemalt ist, geht einfach in das Gebäude, schnappt euch ein Lätzchen und bereitet euch darauf vor, das frischeste Schalentier eures Lebens serviert zu bekommen. Nach ein, zwei Hummern ist ein guter Zeitpunkt für einen Verdauungsspaziergang gekommen, zum Beispiel entlang des

 

Halifax Waterfront Boardwalks. Genießt doch zwischendurch eine Kugel Eis und wenn sich der Appetit wieder meldet, geht es in das nächstbeste Restaurant, das euch anlacht. Immer eine gute Wahl ist das 2 Doors Down, wo es auf der Speisekarte ungezwungen zugeht und das Essen ganz frisch aus den besten regionalen Zutaten zubereitet wird. Steht euch der Sinn eher nach Durchprobieren, empfiehlt sich das Little Oak. Dort warte tein saisonal wechselndes Menü mit kleinen Portionen. Das Magazin Enroute führt das Little Oak unter den Anwärtern für die Liste Canada’s Best New Restaurants

Ein gutes Essen rutscht noch besser mit ein paar Drinks dazu. Glücklicherweise übertreffen nur wenige kanadische Städte Halifax, wenn es um die Zahl der Bars und Clubs pro Kopf geht. Insofern sollte es bis zum nächsten Drink nicht allzu weit sein. Halifax kann eine lebendige Craftbier-Szene vorweisen, das Angebot an Bierarten ist entsprechend enorm. Die Leute von der Good Robot Brewing Co. halten ein anständiges Angebot an Bieren mit lustigen Namen bereit, etwa das Tom Waits for No One, ein dunkles, süßes und rauchiges Stout. Oder das Smash Meowth Pale Ale, bei dem man Noten von Obst und Süßigkeiten durchschmeckt.

 

Ihr wollt Halifax mit dem Gefühl verlassen, wirklich alles einmal durchprobiert zu haben? Dann legt einen Boxenstopp im Stubborn Goat Beer Garden ein. Dort sitzt ihr am Wasser und könnt ein, zwei oder drei der 20 Bierchen zischen, die vorrätig sind. Vielleicht seid ihr aber auch gerade zur rechten Zeit für das Oktoberfest Hops N' Brats Event in der Stadt, wo Craft-Bier aus heimischer Produktion auf leckere Würste trifft. Aber es gibt reichlich andere örtliche Veranstaltungen, mit denen sich der Abend gut gestalten lässt, beispielsweise die Craft Beer Week oder das Savour Food & Wine Festival.

Little Oak

  • Auf jeden Fall bestellen: Thunfisch-Poke, Jakobsmuscheln oder einfach das, was der Chefkoch empfiehlt.
  • Geschäftszeiten: montags bis mittwochs 16 bis 24 Uhr; donnerstags bis samstags, 16 Uhr bis Open End.

2 Doors Down

  • Auf jeden Fall bestellen: Fish & Chips oder die mit Meeresfrüchten gefüllten Shiitake-Pilze.
  • Geschäftszeiten: montags bis freitags mittags von 11.30 bis 14.30 Uhr, abends von 16.30 bis 22 Uhr. Am Wochenende von 16.30 bis 22 Uhr.

Good Robot Brewing Co.

  • Auf jeden Fall bestellen: Definitiv eine gute Wahl ist das Goseface Killah, ein nach deutschem Stil gebrautes Weizenbier.
  • Geschäftszeiten: täglich von 12 Uhr mittags bis 2 Uhr früh.

Stubborn Goat Bear Garden

  • Auf jeden Fall bestellen: Das Fassbier ändert sich jeden Tag, also sprecht mit dem Barkeeper!
  • Geschäftszeiten: wechselnd. Ob und wann offen ist, überprüft ihr am besten auf Twitter.

 

Tag 3: Peggy’s Cove und Fotos

Hafenstädte haben etwas an sich, was einen automatisch nach der Kamera greifen lässt. Das gilt für Halifax ganz besonders.

 

Nach einem raschen, aber köstlichen Frühstück im Wired Monk geht es zum Sir Sandford Fleming Park, wo der Dingle Tower Walk wartet. Auf diesem idyllischen Weg geht’s durch den 95 Hektar großen Park. Idyllische Pfade führen direkt am Wasser entlang.

Ein gutes Stündchen Fahrt und ihr gelangt zum legendären Leuchtturm von Peggy’s Cove — vermutlich der berühmteste und am meisten fotografierte der rund 160 Leuchttürme Nova Scotias. Seit 1915 weist er von einem Felsvorsprung an der Südküste Schiffen den Weg. Der rot-weiß-gestreifte Leuchtturm überragt eine große Bucht und alles wirkt so, als wäre es explizit für Postkarten und Panoramafotos arrangiert. Unternehmt einen kostenlosen Rundgang und sichert euch noch bei Ryer’s Lobsters ein unvergleichliches Mittagessen, bevor es wieder zurück in die Stadt geht. 

Zurück in der Stadt überprüft für den Fall der Fälle noch einmal den Akkustand der Kamera und dann auf in die Halifax Public Gardens. Auf 16 Hektar erwarten euch farbenprächtige Bäume, exotische Blumenpracht und Statuen und Quellen, die teilweise aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen. Wer etwas schneller vorankommen möchte mietet ein Fahrrad und erkundet den Point Pleasant Park. Dort stehen Ruinen früher Festungsanlagen, ein Schwimmstrand lädt zum Baden und der Blick über die Küste ist fantastisch. Wusstet ihr, dass der Park nur gemietet ist? Halifax hat ihn auf 999 Jahre von der britischen Regierung gepachtet und zahlt dafür ein Pfund jährlich.

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Wenn der Sonnenuntergang naht, schnappt euch etwas zu trinken und paddelt hinaus nach George’s Island. Örtliche Firmen wie Kayak Halifax bieten geführte Touren und Mietboote an, wenn ihr die Stadt vom Wasser aus erkunden wollt. In jedem Fall wird dies ein wunderbarer Abschluss eines wunderbaren Tags. Eure Speicherkarte sollte voll sein mit fantastischen Fotos!

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Sir Sandford Fleming Park

  • Öffnungszeiten: keine festen Zeiten
  • Was kostet es: Nix!

Peggy’s Cove Lighthouse

  • Öffnungszeiten: montags, mittwochs und freitags um 10 Uhr und 14 Uhr für jeweils eine Stunde.
  • Was kostet es: Nix!

Point Pleasant Park

  • Öffnungszeiten: 6 Uhr bis Mitternacht
  • Was kostet es: Nix!

Kayak Halifax (Harbourfront Tour)

  • Geschäftszeiten: Unterschiedlich, aber vom 15. Mai bis 31. Oktober meistens um 13, 16 oder 19 Uhr.
  • Was kostet es: rund 40 Euro.

 

Was sollet ihr in Halifax noch gesehen haben?

Museen

Über Nova Scotias Beziehung zum Meer könnt ihr euch im Maritime Museum of the Atlantic schlau machen. Viele kleine Boote und Segelboote sind dort ausgestellt, dazu erfährt man viel über Kriegskonvois, Kreuzfahrtschiffe und die besondere Beziehung zwischen Halifax und der Titanic. Ebenfalls Pflicht ist ein Besuch im Canadian Museum of Immigration at Pier 21. Auf ihrem Weg nach Kanada oder aus Kanada heraus kamen eine Million Menschen durch Pier 21. Es gibt eine Einwanderungsdatenbank, in denen ihr nach reichen kanadischen Erbonkeln suchen könnt, und anhand von Fotos könnt ihr ein wenig nachvollziehen, wie es in früheren Zeiten wohl für die Menschen war, die voller Furcht und Hoffnung in der neuen Welt ankamen.

Festivals

Hatten wir bereits erwähnt, dass die Menschen in Halifax gerne Party machen? Jahrein jahraus ist die Stadt Gastgeber zahlreicher Festivals. Da hätten wir das TD Halifax Jazz Festival, das Busker Festival, Halifax Pride, das Atlantic International Film Festival und noch viele weitere. Für jeden ist etwas dabei. Sucht euch doch einfach heraus, worauf ihr Lust habt, und plant dann eure Reise drum herum!

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