Geburtstage sind eine tolle Sache, denn dann gibt es jede Menge Geschenke. Zum 150. Geburtstag in 2017 gab es deshalb in Kanada nicht nur spektakuläre Partys, Feuerwerke oder Kunstpartnerschaften, die von St. John’s in Neufundland bis nach Vancouver in British Columbia reichten, das Land schenkte seinen Bewohnern und Besuchern auch eine Reihe neuer Sehenswürdigkeiten. Kein Wunder, dass Lonely Planet Kanada 2017 zum besten Reiseziel kürte. Hier sind die aufregendsten Neuzugänge für Entdecker. Verpassen auf eigenes Risiko!

Ein ordentlicher Nachschlag in Sachen Kultur

Ottawa, Ontario

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Kanadas Hauptstadt brachte der 150. Geburtstag drei wichtige kulturelle Neuerungen. Die erste war die Renovierung des National Arts Centre. Die zweite die Ausstellung Canada’s Masterpieces, Our Stories in der kanadischen Nationalgalerie. Auf über 4.000 Quadratmetern illustrieren 1.000 einheimische Kunstwerke und Ausstellungsstücke die Geschichte der Kunst in Kanada. Und drittens: Das Kanadische Naturkundemuseum hat die sehnsüchtig erwartete Canada Goose Arctic Gallery eröffnet. Auf 750 Quadratmetern befasst sich die Dauerausstellung mit dem kanadischen Norden und seiner Kultur, Fauna und Flora. Zwei Fünftel der kanadischen Landfläche liegen in der Arktis, dennoch verirren sich nur wenige Besucher dorthin. Wer den langen Weg scheut, kommt in der Ausstellung dem Erlebnis Arktis zumindest sehr nah. Dafür sorgen 200 Artefakte und Fossilien, dazu Multimedia-Installationen und interaktive Ausstellungsstücke, die sich mit der Naturgeschichte und der Soziologie der Region befassen.

Verbunden: The Great Trail

Landesweit, Schwerpunkt Yukon

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Mit 24.000 Kilometern gilt der Trans Canada Trail als längster Wanderweg der Welt. Das Streckennetz zieht sich kreuz und quer durch sämtliche Provinzen und Territorien des Landes, durch Wildnis ebenso wie durch Stadtgebiete. Nach 25 Jahren Vorarbeit wurde der Trail dank der Hilfe von Freiwilligen-Gruppen rechtzeitig zum 150. Geburtstag Kanadas fertiggestellt. Ihr könnt auf dem Trail wandern, mit dem Rad fahren, ihn per Hundeschlitten, Skiern oder Kanu erkunden oder auf ihm reiten. Der Abschnitt in den Kanadischen Rockies bietet reichlich Superlative, aber für viele erfahrene Wanderer ist der Abschnitt im Yukon das eigentliche Highlight. Hervorzuheben ist hier der Tombstone Territorial Park, wo zerklüftete Bergspitzen den Hintergrund bilden, während es auf dem legendären und menschenleeren Dempster Highway Richtung Arktisküste geht. Ebenfalls grandios ist der Fußweg durch Dawson City. Er führt mitten durch die ehemalige Hauptstadt des Goldrauschs, einem Ort voller Geschichte(n) und Artefakte.

Gemeinschaftsanstrengung

Charlottetown, Prince Edward Island

 

In Charlottetown auf Prince Edward Island, dem Geburtsort der kanadischen Föderation, findet sich eine von insgesamt 150 Wandmalereien, die im Rahmen des landesweiten Projekts „Canada 150 Mosaic” zum Thema kulturelle und geografische Vielfalt geschaffen wurden. Die Wandgemälde setzen sich aus unglaublichen 80.000 Bildern zusammen, die in Gemeindezentren im ganzen Land gemalt wurden und zeigen, was die Menschen an ihrer Heimat lieben. Das bunte Wandgemälde von Charlottetown wurde aus 800 Kacheln zusammengesetzt und zeigt Kanadas ersten Premierminister Sir John A. Macdonald zwischen einem Leuchtturm und dem Province House, dem Parlamentsgebäude von Prince Edward Island. Inzwischen beherbergt das Rathaus der Stadt das besondere Werk. 

Fünf Objekte im Royal BC Museum

Victoria, British Columbia

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Wie hat British Columbia die Geschichte Kanadas beeinflusst? Dieser Frage beantwortet das Royal BC Museum in Victoria. Das Museum zählt zu den führenden Häusern des Landes, als herausragend gilt vor allem die Sammlung von Kunst der First Nations. Für den 150. Geburtstag des Landes haben die Kuratoren aus sieben Millionen Objekten fünf Stücke herausgesucht, die British Columbia repräsentieren. Eine Schiefertruhe, die einen Menschen zeigt, der sich in einen Raben verwandelt, ein Werk von Charles Edenshaw. Eine Kurzhorn-Krötenechse, das von Queen Victoria besiegelte Dokument, mit dem James Douglas zum ersten Gouverneur der neuen Provinz British Columbia ernannt wurde. Einen Ast des Riesen-Lebensbaums und schließlich Mauerfragmente des Krankenhauses der Einwanderungsbehörde. Jedes Stück erzählt eine eigene Geschichte und steht für einen ganz individuellen Aspekt der Provinz. Die Truhe beispielsweise ist aus einem Schiefer hergestellt, wie er nur auf Haida Gwaii zu finden ist. Die fünf ausgewählten Gegenstände können auch in der Online-Ausstellung 100 Objects of Interest angesehen werden.

Unterhaltungs-Amphitheater

Montréal, Québec

Montréal erhält eine moderne, das ganze Jahr nutzbare Unterhaltungsstätte, die auf clevere Weise Natur mit Kultur verbindet. Das Open-Air-Amphitheater soll 65.000 Menschen Platz bieten und liegt im Parc Jean-Drapeau, einem echten Kleinod im Osten Montréals. Teil des Komplexes ist ein wunderbar gestalteter öffentlicher Platz mit Restaurants, Kunst, wetterfesten Möbeln, Wasserspielen, Picknickanlagen und Grünflächen. Hier steht auch die Skulptur Man and His World, die Alexander Calder für die Expo 1967 erschuf. Neue Fußwege führen zum Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms. Im Sommer 2019 wird der Komplex öffnen und dann problemlos größere Festivals wie das Osheaga Musik- und Kunstfestival ausrichten können. Gleichzeitig wird der Komplex den Reiz bestehender Attraktionen wie dem Environment Canada Biosphere Museum steigern. Montréal renoviert zudem den Alexandra Pier und den Passagierterminal von Old Montreal. Für die 110.000 Kreuzfahrtpassagiere, die hier jeden Sommer ausschiffen, wird das Willkommen künftig also deutlich schöner ausfallen. 

Kunst auf dem Capital Boulevard

Edmonton, Alberta

Edmonton hat zum 150. Geburtstag des Landes die 108. Straße in Capital Boulevard umgetauft und in eine einladende, fußgängerfreundliche öffentliche Fläche verwandelt. Inspirieren ließ sich Edmonton dabei von Städten wie Washington, Rom und London. Nicht nur die Durchgangsstraße zum Parlament von Alberta wurde aufgehübscht und mit schicken Straßenmöbeln, neuer Beleuchtung, Fahrradständern, einer Plaza und breiten, baumgesäumten Bürgersteigen versehen, es entstanden auch neue Straßeninseln mit dauerhaften Kunstinstallationen zur kanadischen Geschichte. Die Werke stammen von fünf kanadischen Künstlern. Auch neu: Ein beeindruckendes neues Zuhause für das Royal Alberta Museum, die größte derartige Einrichtung im Westen Kanadas. 2018 eröffnet ihr neues Zuhause in der Innenstadt.

Blumen-Mountie

Regina, Saskatchewan

 

Im Rahmen des Projekts „Mosaic 150” haben Künstler 13 hoch aufragende Statuen aus Pflanzen und Blumen erschaffen – eine für jede Provinz beziehungsweise jedes Territorium. Nachdem sie zunächst im Jacques Cartier Park in Gatineau ausgestellt wurden, wird eine dieser Statuen nun dauerhaft im RCMP Heritage Centre in Regina zu bewundern sein. Zu sehen auf der 14 mal 14 Fuß großen Metallarbeit mit 13.000 Blüten und Pflanzen ist ein berittener Offizier der Royal Canadian Mounted Police. Er trägt den „Red Serge”, die weltberühmte Uniform der Mounties. Das passt hervorragend, denn seit ihrer Gründung im Jahr 1885 steht die Kadetten-Akademie der RCMP in Regina. Auch die anderen zwölf Werke dürften Schritt für Schritt in ihren jeweiligen Territorien und Provinzen ein Zuhause finden.

Bison Butte Mountain Bike Course

Winnipeg, Manitoba

 

Winnipegs Fort WhyteAlive hat im Rahmen der kanadischen Sommerspiele von 2017 einen brandneuen Parcours für Mountainbiker erhalten. Damit steht der Bison Butte Mountain Bike Course in Fort WhyteAlive von Anfängern bis zu Profis allen offen. Das 640 Hektar große Gelände umfasst eine Bison-Prärie, Wanderwege, ein Besucherzentrum, ein Restaurant und ein Aquarium. Es ist der erste derartige Parcours in Zentral-Kanada, der nationale Standards erfüllt und für Wettbewerbe auf allerhöchstem Niveau ausgelegt ist. Felsgärten, Böschungen und Pumptrack sind etwas für Könner, aber es gibt immer auch Alternativwege für weniger geübte Fahrer.

Chaudière Falls

Ottawa, Ontario

Die Chaudière-Fälle am Rand der Innenstadt von Ottawa sind erstmals seit über 100 Jahren für die Öffentlichkeit geöffnet. Wo früher eine Industrieanlage war, steht heute eine wunderschöne, umweltfreundliche Beobachtungsplattform, von der aus die Menschen erleben können, welche enorme Kraft dieses Naturwunder entwickelt. Gleichzeitig wird dort auch der Bedeutung gedacht, die die Fälle seit Jahrhunderten für die einheimischen Ureinwohner haben.

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