Der Algonquin Provincial Park ist ein Paradies für Outdoor-Fans und Naturliebhaber. Hier könnt ihr das wilde, unverfälschte Kanada erleben: glasklare Seen, atemberaubende Wasserfälle, aufragende Felswände, dichte Wälder und wilde Tiere wie Schwarzbären, Wölfe und Elche gehören zu den Highlights einer Reise durch Ontarios ältesten Naturpark. Der Algonquin liegt nur wenig außerhalb der Metropolen Toronto und Montréal und bietet auf mehr als 7.700 Quadratkilometern Abenteuer für jeden Geschmack. Unzählige Wanderwege führen Hiker auf direktem Weg mitten in Wildnis, malerische Seen bieten atemberaubende Routen für Paddler, Fotografen kommen bei der Wildtierbeobachtung auf ihre Kosten und wer abends sein Zeltlager an einem schönen Uferplatz aufschlägt, genießt nachts die Sicht auf den sternenklaren Himmel. Lust bekommen auf eine Auszeit im Algonquin? Dann haben wir hier die Highlights für eine abwechslungsreiche Reise zusammengestellt:

 

 

Tag 1: Kanu fahren

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Der Algonquin Park ist das perfekte Revier für Paddler – vom Anfänger bis zum Profi. Mehr als 2.400 Seen warten darauf, erkundet zu werden, im Inneren des Parks stehen rund 1.500 Kilometer Kanurouten zur Auswahl. Vom Wasser aus bieten sich großartige Aussichten auf den felsigen und bewaldeten Park und seine Tierwelt. Paddelt mit dem Kanu in den frühen Morgenstunden durch den Frühnebel und erlebt einen atemberaubenden Sonnenaufgang. Oder treibt entspannt durch den Tag und genießt die grandiose Natur. Wer leise ist, kann Wasservögel und Biber sehen und vielleicht sogar einen Wolf heulen hören. Mit etwas Glück könnt ihr während eures Paddelausflugs auch Elche und Schwarzbären treffen. Wer sich nicht allein aufs Wasser wagt wählt eine geführte Tour bei einem der zahlreichen Anbieter. Die Wasserwege des Parks können auf 34 verschiedenen so genannten Access Points betreten werden. Das Routennetz zieht sich durch den gesamten Park und bietet unzählige Strecken für Tages- und Mehrtagestouren. 

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Die beliebtesten Kanu-Gewässer: Jedes Gewässer im Algonquin Provincial Park bietet seine eigenen Abenteuer. Der North Tea Lake mit einem begehbaren kleinen Wasserfall ist ein ideales Familienziel, auf dem es einige Inseln und eine Höhle zu entdecken gibt. Am Lake of Two Rivers kommen Wolf-Fans auf ihre Kosten: Im Freilichttheater am östlichen Ufer imitieren Park-Ranger immer donnerstags den Ruf der wilden Tiere. Der Lake Opeongo ist für Kanuten optimal erschlossen und bietet schöne Halbtagstouren. Besonders empfehlenswert ist der East Arm mit der Insel in der Mitte. Insider-Tipp: Durch eine Engstelle erreicht ihr die einsame Annie Bay.

 

Beste Zeit für einen Kanuausflug: Von Mai bis Oktober. In den Sommermonaten Juli und August ist Hochsaison und eine Tour sollte rechtzeitig geplant werden, da nur eine bestimmte Anzahl an Kanus zugelassen wird. Frühjahr und Herbst sind die beste Zeit für Wildbeobachtungen, der Indian Summer im September bietet eine ganz besondere Kulisse.

 

Anbieter von Tages- und Mehrtagestouren: Algonquin Outfitters, Algonquin Adventure Tours, Voyageur Quest, Northern Edge Algonquin, The Portage Store.

 

Kosten: Tagesmieten für die Ausrüstung beginnen bei etwa 20 Euro. Geführte Touren: 25 Euro pro Person für Halbtagestour, 40 Euro für eine Tagestour, 250 Euro für eine drei-Tages-Familientour, 520 Euro für eine Foto-Safari, 650 Euro für ein Wochen-Abenteuer wie das Algonquin Crossing und die Algonquin Odyssey.

 

Gut zu wissen: Die Broschüre Canoe Routes of Algonquin Provincial Park ist an jedem Algonquin Gate erhältlich und kann hier bestellt werden. Eine Übersicht über alle Canoe access points gibt’s hier.

 

 

Tag 2: Wildbeobachtung und Public Wolf Howl

Etwa dreitausend Elche und fast genauso viele Schwarzbären fühlen sich im Algonquin Provincial Park Zuhause. Auch die 30.000 Biber finden in den Seen und Flüsse einen nahezu idealen Lebensraum. Dazu kommen 30 Reptilien- und 130 Vogelarten. Die Chance, diese Tiere bei Wildbeobachtungen oder Fotosafaris zu entdecken, ist groß. Die beste Zeit für die Wildbeobachtung ist früh morgens oder bei Dämmerung. Besonders in Ebenen, Feuchtgebieten und Wiesen halten sich Tiere gern auf. Gute Wegweiser zu den richtigen Spots sind die Naturlehrpfade Beaver Pond Trail, Spruce Bog Boardwalk und Mizzy Lake Trail, die direkt zu den bevorzugten Aufenthaltsorten führen. Eine Attraktion des Algonquin Parks ist die Wolfspopulation. Im Park leben rund 200 Wölfe in 25 Rudeln. Selbst wer die Tiere nicht zu Gesicht oder vor die Kamera bekommt, wird überall Spuren finden. Ein absolutes Muss für alle, die sich im August und September im Park aufhalten, ist der Besuch des Wolf Howl, bei dem Ranger das Geheule der Wölfe so echt imitieren, dass die Timberwölfe tatsächlich antworten. 

Beste Zeit für Wildbeobachtungen: Die beste Zeit, Elche zu sehen, ist Anfang Juni und Ende September. Vogelliebhaber kommen im Frühjahr auf ihre Kosten, wenn die Zugvögel an ihre Brutstätten zurückkehren. Das Public Wolf Howl findet im August und teilweise auch im September statt, Treffpunkt ist das Outdoor Theatre.

 

 

Tag 3: Wandern

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Wandern ist eine der besten Arten, den Algonquin Provincial Park zu erkunden. Ausgewiesene Trails mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden führen durch die Natur, über weichen Waldboden und kleine Flüsschen, vorbei an Felsen und gewaltigen Baumstämmen. Ohne große Anstrengung sind die kürzeren Pfade Hardwood Lookout Trail oder Algonquin Logging Museum Trail zu bewältigen. Durch ein altes Holzfällercamp sowie entlang riesiger alter weißer Kiefern geht der knapp drei Kilometer lange Big Pines Rundweg, der Barron Canyon Trail windet sich auf rund 1,5 Kilometern entlang der atemberaubenden Schlucht. Für den längsten Pfad, den rund elf Kilometer langen Mizzy Lake Trail, sollte eine Marschzeit von rund sechs Stunden kalkuliert werden, die Strecke ist anspruchsvoll, bietet aber auch gute Chancen, wilde Tiere zu sichten. Gute Kondition und Ausrüstung verlangt der Centennial Ridges Trail, ein zehn Kilometer langer Rundweg mit einigen der spektakulärsten Aussichten des Parks. Es geht steil bergauf und bergab, teilweise ist Klettern angesagt. Wenn es der Aufstieg noch nicht erledigt hat, raubt euch der Ausblick auf dem Mac Dougall Mountain, dem höchsten Punkt des Trails auf 560 Metern, garantiert den Atem! 

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Beste Zeit für Wandertouren: Wandern ist zu jeder Jahreszeit möglich. Eine besondere Atmosphäre herrscht zum Indian Summer im Herbst, wenn sich das Laub verfärbt und für unglaublich schöne Farbspiele sorgt. Sommertouren bieten meist schönes Wetter und die Möglichkeit, in den unzähligen Seen des Parks zu schwimmen. Auch das Wandern im Winter ist ein Erlebnis: Schneeschuhe anschnallen und schon geht es durch die traumhafte Winterlandschaft.

 

Eine Liste mit Informationen zu allen 18 Trails im Algonquin Park findet ihr hier.

 

 

Weitere Aktivitäten im Algonquin Park:

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  • Der Algonquin Park ist auch zum Mountainbiken ideal. Im Winter bewegt ihr euch am besten auf Schneeschuhen, Langlaufskiern oder mit dem Hundeschlitten. Infos zu Hundeschlitten-Touren findet ihr hier, geführte Touren bietet beispielsweise Voyageur Quest oder Wilderness Adventures. Kosten: ab 150 Euro pro Person.
  • Algonquin Logging Museum: Das Museum zeigt die Geschichte der Holzindustrie. Geöffnet ist von Juni bis Oktober. Im Visitor Center erfahrt ihr mehr über die Natur des Parks. Das Visitor Center liegt an Kilometer 43 des Highway 60 und ist das ganze Jahr über geöffnet. Im Besucherzentrum findet ihr auch ein Restaurant.
  • Ein Muss für Kunstliebhaber ist der Besuch des Algonquin Art Center. Das Museum zeigt hauptsächlich Werke der in Kanada berühmten Landschafts-Maler der „Gruppe der Sieben“. Geöffnet ist das Museum vom 1. Juni bis zum 19. Oktober, der Eintritt ist frei.

 

 

Infos für Entdecker:

 

  • Informationen zu allen Events im Algonquin Park gibt es hier.
  • Campen im Algonquin Park: Übernachten könnt ihr auf vielen ausgewiesenen Campingplätzen. Entlang des Highway 60 gibt es acht Campgrounds für Zelte und Wohnmobile. Reservierung ist notwendig unter der Telefonnummer 1-888-ONT-PARK (1-888-668-7275). Zudem gibt es einige Campingplätze im Norden, die zwar keine modernen Annehmlichkeiten, dafür aber den Charme alter Zeiten bieten. Im Inneren des Parks dürft ihr auf Kanu- oder Wandertouren zelten, dafür müsst ihr eine Genehmigung erwerben. Kosten: Knapp zehn Euro pro Person.
  • Infocenter: Entlang Highway 60 gibt es zwei Infocenter, jeweils am West und East Gate.

 

Anreise: Den Algonquin Provincial Park erreicht ihr auf dem Highway 11, von Huntsville aus auf dem Highway 60. Das West Gate des Algonquin Provincial Park befindet sich östlich von Dwight, das East Gate nahe der Stadt Whitney. Von Toronto aus dauert die Fahrt zirka drei Stunden. Für Reisende ohne Auto gibt es Transport-Services ab Toronto.

 

Mehr Informationen findet ihr auf der Webseite des Algonquin National Parks.

 

Diese Reise im Film erleben:

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