Es lebe die Geschichte: Zu Besuch bei Kanadas Ureinwohnern

Head-Smashed-In Buffalo Jump

Wer eine echte kanadische Erfahrung sucht, sollte am Anfang beginnen: mit Kanadas Ureinwohnern. Die bunte, vielfältige Kultur der Einheimischen wird lebendig in Feiern, Festivals, Museen und Attraktionen im ganzen Land.

Für eine besondere Reise stellen wir euch Orte vor, an denen ihr die Traditionen und Geschichte der First Nations erleben und die Ureinwohner Kanadas kennenlernen könnt. 

Manito Ahbee Festival

Trommler beginnen ihren stampfenden Rhythmus, Frauen breiten ihre Tücher wie Schmetterlingsflügel aus – und ihr seid mittendrin in Winnipegs Manito Ahbee Festival. Am traditionellen Versammlungsort der Ureinwohner treffen federgeschmückte Powwow Performer auf indigene Hiphop Künstler. Euer Körper bewegt sich automatisch mit, wenn die Tänzer der Cree, Ojibwa und Dakota Sioux im Rhythmus der Trommeln herumwirbeln und singen. Und sobald der „intertribal dance“ ausgerufen wird, gilt auch für Besucher vom Stamm der Touristen: Mittanzen!  

Great Spirit Circle Trail

Great Spirit Circle Trail

Der Great Spirit Circle Trail in Ontario nimmt Besucher mit in das Leben der Anishinaabe. Manitoulin Island gehört zu einer der größten Süßwasserseeinseln weltweit. Die umwerfende Schönheit der Landschaft mit Wasserfällen, glasklaren Seen und ewig weiter Sicht wird nur übertroffen von der reichen Kultur. Sieben Reservate der First Nations sind dort beheimatet, die Bewohner wollen ihr Kulturgut erhalten und weitergeben. So machen einheimische Führer mit euch eine Reise durch die Natur, die Geschichte und die Gerichte des Stammes und ihr könnt sogar einer traditionellen Zeremonie der Anishinaabe beiwohnen.

Kejimkujik National Park and National Historic Site

Der Kejimkujik National Park in Nova Scotia ist toll zum Hiken und Campen, außerdem könnt ihr Überreste der Mi´kmaq erforschen. Steinschnitzereien, auch Petroglyphen genannt, findet ihr im ganzen Park; mit Bildern vom Fischen, Jagen und anderen Momentaufnahmen aus dem Leben der Mi´kmaq. Wer möchte, kann auch ein Kanu leihen und auf den Wasserwegen der Eingeborenen paddeln. Kleiner Tip, bevor ihr in See stecht: Der Name des Parks kommt vom Kejimkujik See und Kejimkujik bedeutet in Mi`kmaq „müder Muskel“… 

Head-Smashed-In Buffalo Jump Info-Zentrum

Rund 6.000 Jahre lang war der Head-Smashed-in Buffalo Jump in Alberta der Jagdplatz vieler Nomadenstämme. Er zählt zu den ältesten und am besten erhaltenen historischen Jagdgründen in Nordamerika und das preisgekrönte Informationszentrum ist in jedem Fall ein Highlight. Hier erfahrt ihr, wie die Ureinwohner Kanadas sich die Landschaft des legendären Buffalo Jump bei der Jagd zunutze gemacht haben. Nur so viel: der Name des Ortes kommt nicht von ungefähr. First Nation Guides erzählen vom Leben in der Prärie und zeigen euch, wie die Stämme bei der Jagd zusammengearbeitet haben, um jeden Teil des erlegten Tieres zu nutzen. Im Sommer veranstalten die Tänzer und Trommler traditionelle Feste.

The Huron Traditional Site

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Eine Viertelstunde Fahrt von Québec City liegt Wendake, eine Huron Traditional Site. Mitten im Huron-Wendat Reservat schlendern Besucher durch das nachgebaute Huron Dorf und die Geschichte der Eingeborenen. Es gibt geführte Touren in ein Longhouse, die traditionelle Behausung der Huron, ihr könnt Schnupperkurse in Handarbeiten mitmachen oder auf eine schamanische Reise gehen. Zum Abschluss lohnt sich ein Abstecher ins NEK8ARRE Restaurant, in dem ihr traditionelle Gerichte der Huron genießen könnt.  

Ksan Historical Village and Museum

In der Gemeinde Hazelton im Norden British Columbias befindet sich das `Ksan Historical Village and Museum, ein nachgebautes Gitxsan Dorf. Sieben Longhouses, von denen das erste 1959 nachgebaut wurde, bilden die Gemeinde, die so hunderte, vielleicht sogar tausende Jahre am selben Flussufer stand. Ihr könnt dort die Räucherkammer, die Vorratsspeicher und Totempfähle besichtigen.

Spirit Bear Lodge

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Im Gebiet der alten Kitasoo/ Xai´xais Völker lebt der geheimnisvolle Kermodebär (Geisterbär). Die Ureinwohner und ihre Kultur sind eng verbunden mit dem Land und seinen Tieren und bei einer Tour mit einheimischen Führern im Great Bear Forest taucht ihr tief in die Geschichte der alten Völker ein, besucht ein traditionelles Big House und historische Stätten. Und vielleicht begegnet ihr auch dem fast mystischen, cremefarbenen Spirit-Bären.

Great Northern Arts Festival

Im Sommer geht die Sonne in den Northwest Territories 56 Tage nicht ins Bett. Statt sich über schlaflose Nächte zu ärgern, feiern die Einheimischen das Naturspektakel. Seit einem Vierteljahrhundert gibt es das Great Northern Arts Festival, unter der Mitternachtssonne zeigen Maler, Bildhauer, Musiker und First Nations Künstler aus dem ganzen Land ihre Werke. Guckt zu, wie eine Gwich`in Puppen anfertigt, ein eingeborener Schnitzer aus Speckstein Eisbären werden lässt, oder tanzt zum Hiphop der Inuit.

West Baffin Eskimo Co-Operative Limited

Schnitzereien, Radierungen und Steindrucke sind das Hauptgeschäft der West Baffin Eskimo Co-Operative Limited, einer Gemeinschaft von Inuit Künstlern in Cape Dorset. Die Genossenschaft gibt es seit über 50 Jahren, sie wird gerne als eine Art Welthauptstadt der Inuit-Kunst bezeichnet. An den Ufern der Hudson Strait betreiben die Künstler ihr Gewerbe und einige Kunstliebhaber machen sich dafür jedes Jahr auf nach Baffin Island.

Wanuskewin Heritage Park

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6.000 Jahre lang war der Wanuskewin Heritage Park Treffpunkt für die nördlichen Prärieindianer. Hier jagten die Ureinwohner Saskatchewans Büffel und feierten ihre Bräuche. Heute schlängelt sich ein Lehrpfad durch den Park, der zu Ausgrabungen von Tipi-Stätten, kleinen Steinpyramiden, Keramikscherben, Tierknochen und anderen Geschichtszeugnissen führt. Übernachtet in einem Tipi, lauscht den alten Überlieferungen rund ums Lagerfeuer und kostet dabei das leckere Bannock, das Brot der kanadischen Ureinwohner.

Tombstone Territorial Park

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Knapp 300 Kilometer vom Polarkreis entfernt findet ihr im Tombstone (Grabstein) Territorial Park im Yukon reichlich Naturwunder und Kultur der First Nations. Nicht einschüchtern lassen vom Namen! Tausende Jahre haben die Tr´ondëk Hwëch in Tombstone gelebt, ihre Jagdunterstände, Steinwerkzeuge und Gräber wurden an über 70 geschützten archäologischen Stätten gefunden, die ihr besichtigen könnt.

National Aboriginal Day

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Der National Aboriginal Day wird in ganz Kanada mit Festen und traditionellen Spielen gefeiert - immer am 21. Juni zur Sommersonnenwende. Das einzigartige Erbe, die vielfältigen Bräuche und die herausragenden kulturellen Beiträge der First Nations, Inuit und Métis sollen an diesem Tag besonders gewürdigt und gefeiert werden. Einfach bei der örtlichen Community fragen, wo Mitfeiern möglich ist.

Mehr über Kanadas Ureinwohner findet ihr auf der Aboriginal Canada Seite. 

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